NI statt KI: Was am Anwaltsberuf menschlich bleibt (mit Steffi Beyrich)
Shownotes
Steffi Beyrich, Geschäftsführerin und Pressesprecherin der Bundesrechtsanwaltskammer, erklärt, warum KI Anwältinnen und Anwälte immer ähnlicher macht und weshalb Selbstkenntnis, Nische und Mut zur Sichtbarkeit jetzt das entscheidende Update sind. NI statt KI: Natural Intelligence.
Es geht um Hater-Kommentare und wie man sie aushält, um den Metal-Anwalt, um eine Notruf-KI, die den Tonfall über den Inhalt stellt, um Anwälte als schlechte Selbstvermarkter und um die These, dass gute Anwältinnen und Anwälte vor allem Übersetzer von Lebensproblemen sind.
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Transkript anzeigen
00:00:00: KI ist super, kann Arbeit erleichtern, effizienter machen, vielleicht auch Qualität optimieren, aber es macht uns ein Stück weit alle immer gleicher.
00:00:16: Willkommen zu Alles ist Recht, meiner Reise durch die Zukunft und Vergangenheit des Rechts.
00:00:21: Ich bin Daniel Halft und heute geht es um natürliche Intelligenz im Anwaltsberuf.
00:00:28: Dazu habe ich Stephanie Beyrich da, Rechtsanwältin, Geschäftsführerin, Pressesprecherin der Bundesrechtsanwaltskammer.
00:00:34: Sie ist vielfache Podcasterin, Moderatorin und Autorin.
00:00:38: Sie engagiert sich für den Rechtsstaat und für Demokratie und sie liebt das Grundgesetz.
00:00:44: Oder du liebst das Grundgesetz.
00:00:47: Und unter anderem hast du in unserem Werk die Zukunft der Rechtsberatung, ich habe es hier bereitgelegt, ne, okay, beide gut vorbereitet, über NI, Natural Intelligence geschrieben, natürlich Intelligenz.
00:01:01: Und darüber möchte ich heute gerne mit dir sprechen.
00:01:03: Was ist das und wofür braucht man das?
00:01:06: Steffi, schön, dass du da bist.
00:01:08: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:10: Es lange her, dass wir mal wieder ausführlich geplaudert haben.
00:01:15: Ja, sehr schön, dass wir die Gelegenheit haben.
00:01:18: ich steige mal ins Plaudern ein.
00:01:20: Und bevor ich in das Thema richtig einsteige, möchte ich dich mit ein paar Überraschungsfragen konfrontieren.
00:01:26: Die erste ist, wenn du auf einer Party gefragt wirst, was du so machst, was sagst du dann?
00:01:32: Was ich beruflich mache, ich spreche beruflich mit super vielen super coolen Leuten.
00:01:39: ~ das klingt gut.
00:01:40: Das klingt so, als wenn du damit glücklich bist.
00:01:44: Nächste Frage.
00:01:45: Welcher Anwalt oder Anwältin, welche Richterin, welcher Richter aus Film und Fernsehen bist du oder bist du gar nicht?
00:01:55: Aus Film und Fernsehen.
00:01:57: Boah, das ist superschwer.
00:01:58: Also, wenn du den Verpeilungsgrad zugrunde legst, dann bin ich ein bisschen ...
00:02:07: Ally McBeal.
00:02:10: Ich wäre aber gern ...
00:02:11: Harvey Specter bin ich immer nicht.
00:02:14: Und?
00:02:16: Und wenn es darum geht, eigenen Kopf durchzusetzen, egal was andere denken, dann bin ich Denny Crane aus Boston Legal.
00:02:25: Okay.
00:02:26: Ich bin irgendwie halb und halb Ally McBeal und Denny Crane.
00:02:29: Vielleicht.
00:02:30: so gute Mischung, würde ich sagen.
00:02:33: Was liebst du an deiner Arbeit?
00:02:37: Tatsächlich das, was ich auf der Party gesagt hätte.
00:02:40: Also es ist Teil meines Jobs, wahnsinnig viele Menschen kennenzulernen, in den Austausch zu gehen, zu Netzwerken.
00:02:49: Und ich nehme mir davon ganz viel mit, weil ich mich permanent inspirieren lassen kann.
00:02:55: Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was ich mache, was ich auch mag, ist sich für Themen, die wichtig sind, einzusetzen.
00:03:04: Und das ist ja eine meiner Hauptaufgaben.
00:03:07: Hm.
00:03:09: und freiberuflich mache ich das auch in all den Formaten, die ich hoste.
00:03:13: Finger in die Wunde legen, da wo ich es wichtig finde.
00:03:17: wo du es wichtig findest oder eben die Kammer, dass es ein wichtiges Ziel der Rechtsanwälte ist.
00:03:24: Und was würdest du sagen, wie viel Prozent deiner Arbeit lässt sich automatisieren?
00:03:29: Nicht genug, wenn du mich fragst?
00:03:32: Du würdest dir wünschen, dass ich mehr automatisieren lasse?
00:03:35: Ja, also wenn ich es mir aussuchen könnte, bis auf jetzt hier, würde überall ein kleiner KI-Agent für mich im Einsatz sein.
00:03:46: Also es lässt sich schon einiges automatisieren, gerade im Bereich Produktion.
00:03:52: Das profitierst du ja auch davon in diesem Podcast.
00:03:55: Da geht schon einiges.
00:03:57: Ansonsten
00:04:01: nicht so wirklich viel.
00:04:02: es ist eher so eine Unterstützung.
00:04:03: Ich arbeite viel mit KI, aber eher so im Bereich würde ich sagen Azubi.
00:04:08: Okay, also so wie eine Assistenz, man sich sonst früher nicht leisten könnte ansonsten.
00:04:13: Und ich glaube, es klang schon ein bisschen an, sozusagen meine letzte Frage hierzu oder vielleicht die vorletzte.
00:04:20: Was muss menschlich bleiben an deiner Arbeit?
00:04:26: Ich glaube im Wesentlichen der kreative Anteil, der empathische Anteil.
00:04:34: Doch, würde ich sagen.
00:04:37: Und auch ein Stück weit der vorbereitete, der konzeptionelle Anteil.
00:04:44: Also wenn ich gerade daran denke, Podcast-Episode vorzubereiten, ich fuchs mich gerade mit den privaten Formaten wahnsinnig tief rein.
00:04:54: Ich glaube, dass nach wie vor ich besser beurteilen kann, was spannende Fragen sind.
00:04:59: Also ich habe das immer wieder mal ausprobiert.
00:05:01: Welche Fragen könnte man stellen?
00:05:03: Und allein bei den Ergebnissen überfliegt die Ergebnisse uns schnarchig weg.
00:05:08: Ich hab's auch schon ausprobiert und ich würde dir zustimmen.
00:05:12: Also es ist eher im Gespräch mit jemandem, dass man denkt, cool, das ist cooler Ansatz, da würde ich gerne mehr darüber erfahren.
00:05:18: so oft auch im Austausch oder wenn man was sieht oder liest oder ich.
00:05:24: Ich vermute mal, das hängt damit zusammen, wir halt eine sehr einzigartige Art haben, so was zu verarbeiten, weil jeder Mensch seine eigene Persönlichkeit ist und sozusagen alle diese Themen komplett durch dich durchgehen.
00:05:36: Und die KI ist ja da eher Ja, generisch.
00:05:40: Und letztlich kann KI nur auf das zurückgreifen, was Teil der Datenbasis ist.
00:05:47: Und das, allgemein zugänglich ist, was ich leicht recherchieren kann, ist ja gerade nicht das, was mich interessiert.
00:05:56: Sondern das ist das Besondere oder das Spezielle.
00:06:02: Interessieren ist eine gute Überleitung zu, wolltest du immer schon Juristin werden oder was wolltest du vorher werden?
00:06:11: Ich wollte Biochemie.
00:06:14: Ich wollte in die Biochemie.
00:06:16: Ich hatte Bio- und Leistungskurs und war auch in Chemie.
00:06:21: Überragend, super spannend.
00:06:24: Ich hab mich immer so gesehen mit so einer Schlüsselkarte wie im Fernsehen.
00:06:30: Oder ein Iris-Scanner und dann gehst du ins Labor.
00:06:32: Weltraum sowas.
00:06:36: Aber auch damals gab es am Gymnasium schon Berufsberater.
00:06:39: Mhm.
00:06:41: Die Aussichten, die mir da kundgetan wurden, fand ich so mega ätzend.
00:06:46: Ich hab gesagt, als Frau, Biochemie schwierig, schwierig.
00:06:49: Aber die Fischzucht sei im Boomen.
00:06:52: Und da bräuchte man ja auch Biochemiker.
00:06:57: Kein Witz, es war wirklich ein Berufsberater von der Agentur da.
00:07:02: Und ich hatte aber auch Wirtschaft und Recht in der Schule.
00:07:06: Bis zum Abi.
00:07:08: Und das hat mir leider, sage ich, Spaß gemacht, weil ich wollte ganz bewusst nicht eigentlich in die Juristerei, weil mein Vater Anwalt war.
00:07:17: Das heißt aus Prinzip ja was ganz anderes.
00:07:21: Es hat mir aber leider Spaß gemacht.
00:07:22: Und dann habe ich halt gesagt, naja gut, dann halt obwohl.
00:07:27: dass auch gemacht Sag mal, war es trotzdem vielleicht eine Falschberatung von dem, also nicht, dass du keine gute Anwältin bist, aber hättest du vielleicht doch jetzt so rückblickend eine gute Chance gehabt in der Biochemie?
00:07:41: Doch, bestimmt Chancen, aber ~ Gott, völlig falsche Vorstellung.
00:07:45: Nein, also ich sehe mich heute überhaupt nicht mit Laborkittel oder so und irgendwelche Formeln, Gottes Willen, Ein Glück, es diesen Berufsberater gab.
00:07:55: Der hat mir zwar nicht zur Jura geraten, aber zumindest hat er mir den Biochemie-Zahn gezogen.
00:08:00: Und jetzt bist du hier.
00:08:01: Super.
00:08:02: Ach, schön.
00:08:04: Dann lass ich mal so ganz langsam überleiten zum Thema.
00:08:09: Du hast am Anfang des Artikels oder des Beitrags geschrieben, also zitiert, Lemmy Kilmister Wenn du denkst, dass du zu alt bist für Rock'n'Roll, dann bist du es.
00:08:23: Was meinst du damit?
00:08:24: Warum hast du das da geschrieben?
00:08:27: Also, erstens bin ich ja ein kleiner Revoluzzer.
00:08:30: Ich mache ja gerne Dinge anders, als man sie erwartet.
00:08:34: Nicht ~ zu provozieren, sondern weil ich sie gut finde.
00:08:38: Also ich arbeite gern damit, dass ich Dinge tue, für die ich stehe, obwohl man sie eigentlich nicht tun würde innerhalb einer bestimmten Profession.
00:08:48: Ich ein großer Heavy Metal Fan, von daher war es völlig klar, dass irgendein Musikzitat dran muss.
00:08:53: Und ich wollte so ein bisschen Ja, so ein Störer gleich am Anfang mit diesem Zitat.
00:09:00: Weil ich glaube, dass Anwältinnen und Anwälte gut daran tun, Dinge zu hinterfragen, ein bisschen wegzugehen von diesem, das haben wir immer schon gemacht, und vielleicht auch
00:09:15: bisschen mutig sind, mal Dinge auszuprobieren, von denen man vielleicht sagen würde, so ab einem gewissen Level Berufserfahrung, ja, das mache ich jetzt nicht mehr.
00:09:25: Also ...
00:09:26: im Gesamtpacket und ich fand, da passte das ganz gut.
00:09:30: Hast Du eigentlich auch so auf den Widerspruchsgeist bei den Lesern gesetzt?
00:09:35: Weil man könnte ja auch sagen, okay, wenn du wirklich denkst, das ist nichts mehr für dich, dann lass es halt.
00:09:41: Aber du willst eigentlich, dass sie es machen.
00:09:44: Ja, absolut.
00:09:50: dann sagst du, Natural Intelligence ist sozusagen die Sache.
00:09:55: Jetzt würde ja jeder Jurist sagen, das habe ich doch schon irgendwie.
00:09:59: Ich bin ja so schlau, sonst hätte ich ja irgendwie das Staatsexamen nicht bestanden.
00:10:05: Und du sagst, wir brauchen irgendwie ein Update.
00:10:09: Also so habe ich dich verstanden, dass du sagst, naja, es reicht jetzt nicht mehr, sondern wir brauchen ein Update.
00:10:16: Woran hast du das vielleicht bei dir auch gemerkt?
00:10:23: Ich glaube bei mir selber unmittelbar gar nicht so, aber ich bin ein Sachbuchjunkie.
00:10:31: Also ich liebe Sachbücher.
00:10:32: Alles was ich greifen kann, lese ich.
00:10:35: Das heißt alles was mit den Themen Mindset zu tun hat, Selbstführung und da ist mir aufgefallen, gerade so in meinem Umfeld mit den Menschen mit denen ich so spreche, wir beschäftigen uns gar nicht so sehr mit uns selbst.
00:10:51: sondern vielleicht gerade momentan, KI keine Frage, ist der heiße Scheiß.
00:10:58: Und es ist kein Must-have, es ist ein Need-to-have.
00:11:01: Und alle sind so drauf fokussiert, ja, was muss ich jetzt alles, was muss ich jetzt alles?
00:11:06: Und dass sich keiner mehr damit beschäftigt war.
00:11:09: Also mein Gefühl, was hebt mich denn im Zeitalter von KI eigentlich von anderen ab?
00:11:15: Und das ist letzten Endes natürlich Intelligenz, weil ich die Auffassung vertrete, KI ist super, kann Arbeit erleichtern, effizienter machen, vielleicht auch Qualität optimieren, aber es macht uns ein Stück weit alle immer gleicher.
00:11:32: oder die Arbeitsergebnisse jedenfalls.
00:11:34: Also weiß ich nicht, ob du das persönlich meinst.
00:11:37: Naja, also das Gesamtpaket, ja, die Arbeitsergebnisse einerseits, aber wenn du den Blick ein bisschen größer ziehst als Kanzleialltag, sondern vielleicht auch den Bereich Marketing mit rein nimmst, ganz ehrlich, du bist auch viel online unterwegs.
00:11:51: Guck dir die Beiträge an.
00:11:53: Du kannst sie ja kaum noch voneinander unterscheiden.
00:11:55: Also in der Wahrnehmung von außen sind wir alle immer gleicher bei den Adressaten.
00:12:01: Wobei das ja durchaus was ist, was man uns Juristinnen und Juristen vielleicht ~ schon vorwerfen konnte.
00:12:07: Also so ein bisschen so dieser Block von Menschen, die alle so Anzüge tragen oder Kostümchen und alle gut frisiert sind.
00:12:18: Das mag jetzt nicht gerade zu treffen.
00:12:20: Aber das ist ja auch ein bisschen das Klischee von Juristen.
00:12:23: Jetzt könnte man sagen, na ja, hat ja bislang funktioniert.
00:12:26: Also treiben wir das bis auf die Spitze und werden so richtig gleichförmig.
00:12:30: Warum?
00:12:31: Warum ist das was Schlechtes?
00:12:35: Also ich persönlich glaube, dass du langfristig zum einen nur dann am Markt bestehen kannst, wenn du deine Nische gefunden hast und das auch nach außen tragen kannst.
00:12:48: Und ich würde noch einen Schritt weitergehen, dass du nur dann auch glücklich sein kannst.
00:12:54: Also wenn du, ich könnte so nicht arbeiten, Daniel.
00:12:58: Also wenn du in eine Form presst, nur weil du glaubst, die Welt erwartet es, du glaubst.
00:13:04: die Welt erwartet, von dir so zu sein.
00:13:08: Ich würde vor die Hunde gehen.
00:13:10: Also das sind ja mehrere Puzzle Steine.
00:13:13: Erfolgreich sein, gutes Marketing haben und auch damit zufrieden sein.
00:13:19: Und das kannst du, glaube ich, nur wenn du selbst bist.
00:13:24: Jetzt sind wir Juristen ja durchaus.
00:13:26: Also wie gesagt, ich lasse da noch nicht ganz locker.
00:13:29: Also bei Freshfields, da beauftrage ich, weil ich weiß, was ich da kriege, sozusagen das Standardprodukt.
00:13:37: Im Zweifel weiß ich überhaupt nicht, welche Persönlichkeit ich bekomme, sondern ich weiß sozusagen das Level an Professionalisierung, was es gibt.
00:13:47: Und wir haben es ja jetzt auch nicht unbedingt im Jurastudium gelernt.
00:13:52: Also das ist ja durchaus so, dass jedenfalls das ist meine Wahrnehmung, dass man irgendwie schauen muss, ja, treffe ich die Lösungs-Skizze oder wie kann ich mich gut verkaufen, aber ohne jetzt zu individuell zu sein, zum Beispiel in der mündlichen Prüfung.
00:14:08: Es ist ja eher so ein bisschen so ein Rumschummeln irgendwie, aufrecht gucken, dass die Leute einen dann dran nehmen, aber bloß nicht jetzt irgendwie zu sehr auffallen.
00:14:16: Jedenfalls, wie gesagt, das war meine mündliche Prüfungserfahrung.
00:14:18: Ich war jetzt nicht bei so vielen.
00:14:22: Ich bin total Also ich verstehe dich total, dass du sagst, das könnte ich gar nicht anders.
00:14:29: Ich frage mich aber, vielleicht können das viele andere.
00:14:33: Weil tatsächlich ja Jura auch eine gewisse Standardisierung, ich weiß nicht, ob er fordert, aber immer hervorgebracht hat.
00:14:44: Entschuldigung, ich will nicht zu lange reden.
00:14:46: Du sinierst.
00:14:49: Ich höre immer aufmerksam zu und versuche dabei gleichzeitig nachzudenken.
00:14:54: Ich bin bei dir.
00:14:56: Ganz bestimmt ist das.
00:14:59: für einige, vielleicht auch viele Juristen der richtige Weg.
00:15:02: Aber das zu erkennen und zu entscheiden, erfordert ja erstmal, dass du dich mit dir selbst auseinandersetzt.
00:15:09: Es muss ja nicht jeder irgendwie crazy und verrückt oder irgendwie sein, aber zu erkennen, welcher Mensch bin ich, welche Art von Anwältin, welche Art von Anwalt will ich sein und das dann zu verfolgen.
00:15:22: Es kann ja nicht jeder Also ganz ehrlich, es kann nicht jeder sein wie du.
00:15:26: Es kann nicht jeder sein wie ich, dann wäre auch wieder alle gleich.
00:15:29: Aber sich damit zu befassen, wer bin ich, was will ich und was will ich verkaufen letzten Endes?
00:15:36: Ich verkaufe mich und meine anwaltliche Dienstleistung.
00:15:39: Ich glaube, das ist der erste Schritt.
00:15:41: Und natürlich muss es die Anwältinnen und Anwälte geben, die Typ, was hast du gesagt, Freshfields.
00:15:46: Ich glaube, es gibt aber ganz viele Mandanten, für die ist das genau das Richtige.
00:15:51: Es gibt aber auch ganz viele Mandanten.
00:15:53: Für die wäre das auf gar keinen Fall das Richtige.
00:15:57: Ich glaube, wenn du weißt, wer du bist und das lebst, ziehst du auch die Menschen an, die zu dir passen.
00:16:03: Ich würde nicht...
00:16:05: Also ich würde eine andere Auswahl treffen.
00:16:08: Hätte ich ein Rechtsproblem.
00:16:10: In der Tat.
00:16:12: klar, man will ja auch nicht mit allen Leuten zu tun haben, sondern idealerweise mit Menschen, die man mag oder mit denen man irgendwie auf einer Ebene schwingt, sagen wir mal so.
00:16:22: Ich habe kürzlich mit einer Kollegin gesprochen, die sagte, na ich war in einer Großkanzlei von neun bis neun.
00:16:28: Ich hatte überhaupt keine Zeit, herauszufinden, wer ich bin und was ich will und mir irgendwie Gedanken darüber zu machen, ob ich da glücklich bin.
00:16:36: Erst als ich aus anderen Umständen den Job gekündigt habe, habe ich gemerkt, ich hatte die ganze Zeit irgendwie dieses Bauchgrummeln.
00:16:43: Ich habe nur nicht darauf hören können.
00:16:45: Das ist natürlich, ich glaube schon, dass man sehr lange so damit arbeiten oder weiterarbeiten kann, ohne sich diese Frage zu stellen.
00:16:56: Aber jetzt sagen wir mal irgendwie, man hat dieses Grummeln und wie sollte man dann, wie sollte man dann weitermachen irgendwie?
00:17:05: Weil man weiß ja nicht sofort, wer man ist.
00:17:08: oder was man gerne möchte vielleicht, oder was man eigentlich möchte.
00:17:12: Was würdest du raten, wie geht man daran?
00:17:16: Ja, das ist ja immer ein Prozess.
00:17:18: Also du schnippst ja nicht mit den Fingern und hast dann deinen Plan.
00:17:23: Also ich glaube, es ist immer grundsätzlich eine gute Idee und das kostet nicht viel Zeit.
00:17:31: sich selbst ein bisschen zu beobachten im Alltag.
00:17:34: Das ist genau das, was du sagst, dieses Grummeln, das ist ja da.
00:17:38: Man kann sich ja einfach mal fragen, gehe ich eigentlich mit viel Elan, mit viel Power jeden Tag an die Aufgaben?
00:17:45: Du merkst ja, magst du, was du machst?
00:17:47: Magst du dein Umfeld oder hast du das alles?
00:17:51: Also das kostet ja ungefähr eine Sekunde.
00:17:54: Und wenn du dann merkst,
00:17:57: Das ist es irgendwie nicht.
00:17:59: Ich glaube, dann muss man anfangen, sich damit zu befassen, sind die Umstände, also was genau ist es, was mich stört?
00:18:06: Was genau sind meine Werte, die nicht verhandelbar sind?
00:18:10: Und dann versuchen, im Bild davon zu machen, sind es Umstände, die ich vielleicht beeinflussen kann?
00:18:18: Geht da noch was?
00:18:19: Kann ich da noch was dran drehen?
00:18:21: Und wenn ich zu der Erkenntnis komme, das sind Dinge, die kann ich nicht beeinflussen.
00:18:27: Dann ist es Zeit, analog Zettel, Stift, einen Plan zu machen.
00:18:34: Was will ich eigentlich?
00:18:35: Wo sehe ich mich?
00:18:36: Und manchmal hilft es auch einfach den Tipp, das Menschen, inspirieren, mich von einer ganz klugen Kollegin, liebe Grüße an Christiane Eimas, die gesagt hat, nehm dir wirklich mal ein Zettel und ein Stift, setz dich hin und out of the box.
00:18:54: Also wirklich DeLulu.
00:18:56: Alles was dir einfällt, wenn es kein Limit gäbe, schreib's auf.
00:19:00: Und am Ende wird da irgendwas dabei sein, was realisierbar ist.
00:19:05: Und den ersten Schritt kannst du relativ schnell machen.
00:19:08: War das so bei dir?
00:19:09: Also war das eine konkrete Situation?
00:19:13: Ich bin Glückskind.
00:19:14: mal, ich hab überhaupt nichts von all dem geplant.
00:19:18: Ich bin irgendwie überall reingerutscht.
00:19:20: bin so Typ Popcorn.
00:19:23: Eine Idee poppt auf.
00:19:26: Ich mach dann mal.
00:19:27: Ich hab nie irgendwas geplant.
00:19:29: Ich bin aber auch jemand.
00:19:31: Ich glaube, ich funktioniere ein bisschen merkwürdig.
00:19:34: Also bei mir laufen immer ganz viele Tabs gleichzeitig, Ideen, Projekte.
00:19:40: Manches davon mache ich, manches.
00:19:42: würde ich gerne machen, bleibt ewig liegen.
00:19:43: Ich hatte in meinem Leben ganz viel Glück.
00:19:45: Also viele Zufälle, die mir zur Hilfe gekommen sind und auch wirklich nichts bis zum Ende zu denken, sondern einfach so, das mache ich mal jetzt, mal gucken.
00:19:59: Und die bist du zumindest Rechtsanwaltskammer gekommen.
00:20:01: Da fällt man ja nicht einfach so rein.
00:20:03: Da muss man entweder gefragt werden oder sich bewerben.
00:20:07: Tatsächlich, ich habe mich initiativ beworben.
00:20:10: Ich war schon vorher in der Geschäftsführung der Kammer Hamburg.
00:20:13: Da bin ich auch irgendwie durch so einen verrückten Zufall hingekommen, mehr oder weniger, oder dazu mich zu bewerben.
00:20:20: Und ich habe einfach gehört, die Pressesprecherin hat aufgehört bei der BRAK.
00:20:25: Und dann habe ich kurz so gedacht, das klingt irgendwie ganz cool.
00:20:31: Ich glaube, ich bewerbe mich mal.
00:20:33: Wie lange ist es her?
00:20:36: Gott, viel zu lange.
00:20:37: Ehrlich gesagt hat man nicht früher gesagt, man soll alle sieben Jahre wechseln oder so.
00:20:41: Im Oktober zehn Jahre.
00:20:44: Okay, also meine wegen darfst du da bleiben.
00:20:46: Ich will dich jetzt nicht...
00:20:48: Ich finde, du bist da gut aufgehoben.
00:20:51: Ich habe übrigens ganz kurze Assoziation von mir.
00:20:55: Ich war ja Richter und habe überlegt, bleibe ich da oder bleibe ich nicht in der Justiz?
00:20:59: Und da hatte ich auch mit so was, ja, ich könnte ja irgendwie Pressesprecher werden.
00:21:04: Aber das ist natürlich ein bisschen was anderes.
00:21:06: Da bist du dann auch nicht für zehn Jahre Pressesprecher, jedenfalls meiner Kenntnis nach, sondern du wirst halt dann...
00:21:11: mal abgeordnet oder hast die Funktion eine Weile und dann geht es dir woanders hin.
00:21:16: Und bei mir war es dann doch so, dass ich dachte, es gibt kein richtiges Leben im Falschen.
00:21:21: Also sozusagen, wenn ich grundsätzlich finde, dass ich in dieser Organisation nicht richtig bin, dann hilft es auch nicht, wenn ich da jetzt ein, zwei Jahre so was Spannendes mache.
00:21:31: Ich hatte immer wieder, ich war auch in der Senatsverwaltung für Justiz, dann waren da Leute abgeordnet, die haben da ein Datenschutzgesetz gemacht oder so was für den Strafvollzug.
00:21:40: Also haben dann immer wieder so spannende Projekte gehabt, aber natürlich bleibst du innerhalb des gleichen Systems.
00:21:46: Deswegen wäre so bisschen mein Learning, das System muss schon passen.
00:21:50: Du musst dich schon wohlfühlen in der Bundesrechtsanwaltskammer.
00:21:53: Und da ist dann eben die eine Funktion, die halt sehr spannend ist.
00:21:57: Aber wie gesagt, bei dir ist was anderes.
00:21:59: Du machst das ja auch eine ganze Weile.
00:22:02: Ich mache es eine ganze Weile, aber es ist schon, kann ich ganz offen sagen, ich werde ja ganz oft damit konfrontiert, bei der Bundesrechtsanwaltskammer, läufst du da auch so rum?
00:22:19: Ja, also du kannst, und das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man schon die Möglichkeit hat, sich so den eigenen Tätigkeitsbereich auch so bisschen zurechtzuruckeln.
00:22:30: Hmm...
00:22:31: Also den Podcast gab es vorher nicht.
00:22:34: Ich glaube auch nicht, dass es vorher jemanden in der Geschäftsführung gab, der halt die Arme tätowiert hat oder mit Lederhosen ins Büro geht oder mit Armeehosen oder was.
00:22:46: Du musst einfach ausprobieren.
00:22:47: Geht das?
00:22:47: Geht es nicht?
00:22:48: Funktioniert es?
00:22:49: Funktioniert es nicht?
00:22:51: Und bei mir funktioniert das sehr gut.
00:22:53: Es ist halt so ein kleiner Weg.
00:22:56: Du musst den Leuten halt die Chance geben, sich an dich zu gewöhnen.
00:22:59: merkst du, ob es funktioniert?
00:23:02: An dir, an den anderen?
00:23:05: Daran, dass dir gekündigt wurde?
00:23:08: Ne, offensichtlich nicht.
00:23:12: Am Feedback natürlich.
00:23:13: Am Feedback daran, dass ich selber merke, ich fühle mich wohl.
00:23:17: Und am Feedback auch aus der Anwaltschaft.
00:23:22: Also das, was so mein Herzensanliegen ist, auch mit dem Podcast oder mit dem sonstigen Engagement einfach zu zeigen, das Bild von Anwälten und Anwältinnen, das man im Kopf hat.
00:23:36: Das ist so nicht mehr zutreffend.
00:23:38: Und auch das Bild, das viele von ihrer eigenen Kammer oder von der BRAK haben, ist nicht zutreffend.
00:23:44: Und das kommt immer wieder einfach an.
00:23:48: Und es kommt auch zurück.
00:23:50: habe, mein schönstes Highlight war auf Instagram, ich hatte wirklich schräges Bild gepostet.
00:23:57: Mhm.
00:23:59: Erzähl'!
00:24:00: von einem Podcast-Team mal.
00:24:02: Und da haben wir halt auch dann so mit Horns up und so.
00:24:06: ich auf Instagram geteilt.
00:24:07: Das wurde weitergeteilt innerhalb der Anwaltschaft.
00:24:10: Mit dann Zusatzuntertitel, unsere BRAK rockt.
00:24:15: Ja, da hab ich ja Pipi in den Augen.
00:24:19: So, also du erreichst halt, glaub ich, mit einer bestimmten Art und Weise, wenn sie authentisch ist, erreichst du halt Menschen.
00:24:27: Und so kann ich halt auch Botschaften transportieren, die mir wichtig sind, weil ich mich halt nicht verstelle.
00:24:32: Es ist jetzt nicht so, wenn wir hier aufhören aufzuzeichnen, dann ziehe ich mein Fakten, Fakten, Fakten-Shirt und meine Heaven Shall Burn-Mütze aus und schmeiß mich wieder in den Anzug.
00:24:43: Nein.
00:24:45: Das ist halt der ganze Zauber an der Sache.
00:24:47: Und ich glaube, das wird jeder nachempfinden können, der im Beruf auch so sein kann, wie er ist.
00:24:55: Vielleicht ist das eine Misconception, also eine falsche Wahrnehmung von Leuten.
00:25:03: Man könnte sagen, als Pressesprecherin der BRAK musst du eine durchschnittliche Anwältin sein, weil du repräsentierst ja alle.
00:25:10: Deswegen musst du möglichst so aussehen wie der Mittelwert.
00:25:14: Ich sage nicht, dass das so ist, aber ich kann mir vorstellen, dass viele das so sehen.
00:25:17: Oder als Richter, da hat das auch noch mal mehr Berechtigung, hinter sein Amt zu treten, eben nicht seine Persönlichkeit zu zeigen, ist immer so bisschen der Anspruch, sondern du hast dann deine Robe, du musst dein weißes Hemd anziehen und möglichst auch irgendwie keine Witze machen.
00:25:37: Ich habe mich allerdings doch ein, zwei Mal getraut irgendwie und das hat immer ganz gut getan.
00:25:40: So irgendwie auch kann ja auch eine Stimmung irgendwie auflockern.
00:25:45: Aber ich glaube oder was ich sagen will ist, ich glaube, dass das sehr viel auch mit in einer vermeintlichen, was gewollt ist, zu tun hat.
00:25:54: Also wir müssen seriös sein.
00:25:56: Ich kenne noch eine Freundin von mir, erzählte, als die Referendarin war in Argentinien, wurde irgendwie die Ampel rot oder gleich und sie wollte noch schnell rüber und dann war sie bei einem Anwalt oder mit dem Anwalt unterwegs.
00:26:07: sagte, Anwälte rennen nicht.
00:26:10: Das macht man nicht.
00:26:12: was du ja vertrittst, ist die andere Seite, dieses, solange du authentisch bist, bist du...
00:26:19: Bist du ein guter Anwalt?
00:26:20: Das hat nichts damit zu tun, ob du ein guter Anwalt bist oder nicht, sondern du zeigst einfach diesen Teil deiner Persönlichkeit.
00:26:27: Und im Zweifel würde ich sogar denken, bist du deine bessere Anwältin, weil du mehr mit dir verbunden bist, weil du einfach du selbst bist und nicht immer überlegst, was du jetzt eigentlich sagen müsstest oder anziehen müsstest, sondern einfach dann noch im Moment bist.
00:26:44: Ja, ich weiß, was du meinst mit die Mitte repräsentieren und so.
00:26:51: Ich mache aber halt auch PR.
00:26:54: Also PR ist ja auch mein Job.
00:26:57: Und ich persönlich glaube, wenn du dich zu sehr an der Mitte, ganz ohne das zu sein, orientierst, dann wirst du einfach halt auch nicht wahrgenommen.
00:27:09: Und es gibt so, da scheiden sich auch die Geister und ich finde diesen Grundsatz auch nicht in der Absolutität richtig oder Absolutheit.
00:27:20: Das ist übrigens ein süßer Versprecher von meiner Referendarin.
00:27:23: Die hat gesagt Absolutität und jetzt ist mir das hängen geblieben.
00:27:26: Ich bin ja immer so ein Fuzzi.
00:27:27: Also in dieser Absolutheit halte ich es nicht für richtig.
00:27:30: Es gibt keine schlechte PR, aber ein Fünkchen Wahrheit ist da dran.
00:27:35: Und ich glaube, wenn man sich zugesteht, dass Menschen ein Gut finden und Menschen ein Schlecht finden, dann lebt sich es damit ganz gut.
00:27:46: Ich finde, das Schlimmste ist, wenn Menschen keine Meinung zu dir haben.
00:27:52: Dann bist du egal.
00:27:54: Jemand, der gut davon lebt, ist Rechtsanwalt Schertz.
00:27:57: Beispielsweise den man dauernd irgendwie, den ich dauernd wahrnehme in Pressesachen beispielsweise.
00:28:03: Und einige lieben ihn, andere hassen ihn, aber er wird jedenfalls dauernd mandatiert.
00:28:10: Ein großes Lob an Christian Schertz.
00:28:14: Ich hatte schon das Glück, kennenzulernen.
00:28:16: Wir haben beide einen Vortrag gehalten auf einer Veranstaltung.
00:28:20: Der wird demnächst auch bei mir im Studio sitzen.
00:28:24: Unfassbar, was er geschafft hat, diese Marke.
00:28:30: Diese Marke zu etablieren, ganz ehrlich, du sitzt in einer Redaktion, es kommt eine Nachricht aus dem Kanzlei Schertz-Bergmann und du bist im Panikmodus.
00:28:42: Brilliant.
00:28:44: Brilliant.
00:28:47: Ganz stabile Typ übrigens.
00:28:49: Ja, und ich weiß jetzt gar nicht, wie er arbeitet, aber ich habe auch mal bei einem großen Kunstrechtsanwalt gearbeitet.
00:28:56: Der hat die Akten nicht bearbeitet.
00:28:59: wenn wir da zum Mandanten rein sind, dann hat er im Aufzug gefragt, und was vertreten wir?
00:29:04: Und er war letztendlich in meiner Wahrnehmung das Gesicht nach außen.
00:29:09: Also derjenige, der den Kontakt zum Mandanten gehalten hat, der dem Mandanten ein gutes Gefühl gegeben hat, der das natürlich auch übersetzt hat, was meine Arbeit war.
00:29:17: sprich juristische Arbeit, hat der an diesem Level eigentlich kaum noch gemacht.
00:29:22: Sondern der hat größtenteils Kommunikation und Branding gemacht.
00:29:28: Ich glaube auch, dass das gar nichts Neues ist, dass gute Anwälte und Anwältinnen das immer schon so gemacht haben.
00:29:34: Aber, und jetzt möchte ich noch mal aufnehmen, was du vorhin gesagt hast, mit künstlicher Intelligenz und sozusagen der Möglichkeit, bessere Arbeitsprodukte relativ schnell zu erzeugen, die dann aber alle vielleicht sehr ähnlich aussehen, ist natürlich schon die Frage, wofür.
00:29:52: Also früher hatten wir als Anwalt halt immer noch das Herrschaftswissen.
00:29:55: Also sozusagen bist du zu dem Anwalt gegangen, weil nur der wusste, wie man den Fall lösen kann oder welche Gesetze anwendbar sind oder den Sachverhalt zu beurteilen.
00:30:06: das inzwischen, viele Laien machen das ja sogar jetzt schon mit KI alleine oder wenn immer mehr Anwälte.
00:30:13: in immer mehr Rechtsgebieten auf ein gewisses Niveau kommen.
00:30:16: Und dann ist natürlich die Frage, wonach wähle ich dann noch aus, welchen ich nehme.
00:30:21: Und da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man nachher da landet.
00:30:25: Was du auch sagst, ich suche mir den Anwalt, die Anwältin aus, die ich wahrnehme und die zu mir passt.
00:30:32: Also wo ich sage, ha, ich brauche irgendwie so einen Terrier oder ich brauche jemanden, der ruhig bleibt oder der nicht.
00:30:41: Eine Freundin von mir war gerade bei einem Scheidungsanwalt.
00:30:44: Da meinte sie, der hat mich von oben herab wie ein kleines Mädchen behandelt.
00:30:47: Der kriegt jetzt sein Geld für das Erstgespräch, aber den werde ich doch nicht beauftragen.
00:30:54: Das ist sicher Entscheidungsding immer schon sehr stark so gewesen, dass man auch nach Emotionen oder nach Connection gewählt hat.
00:31:04: Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es zukünftig immer mehr Rechtsgebiete gibt.
00:31:08: wenn das Niveau der Beratung und ich nehme jetzt mal so Spezialgebiete raus, sich mehr angleicht, dass man sagt, wer berät mich denn da, wo fühle ich mich wohl.
00:31:19: Ja, da bin ich ganz fest davon überzeugt, dass das außerhalb jetzt vielleicht in Wirtschaftssachen ist ein bisschen was anderes auf Unternehmenslevel oder so.
00:31:30: Aber wenn wir von ganz normalen Leuten sprechen.
00:31:36: So wie du und ich.
00:31:38: Ich glaube, da wird es immer immer relevanter oder von bestimmten Nischen.
00:31:43: Hmm.
00:31:44: Das ist eins meiner Lieblingsbeispiele.
00:31:48: Ein ganz lieber Kollege von mir, der macht wie viele andere Urheberrecht unter anderem.
00:31:57: Er hat sich aber eine Marke geschaffen, der Metal-Anwalt.
00:32:02: Jetzt könnte man sagen, na gut, ist aber so speziell, was willst du damit anfangen?
00:32:06: Ja, die ganzen Bands.
00:32:10: Die gucken dann nicht, welche Großkanzlei.
00:32:12: Und das sind witzigerweise nicht nur Bands aus Deutschland, sondern auch aus Skandinavien.
00:32:18: Die Deutschen haben einen guten Ruf, sehr gewissenhaft zu sein.
00:32:21: Das ist seine Marke.
00:32:22: Das läuft.
00:32:23: Ganz ehrlich hätte ich eine Band und ich sehe irgendwie der Metal-Anwalt?
00:32:28: Ja, natürlich.
00:32:29: Ja klar.
00:32:30: Und im Zweifel hat er dann auch schon andere Bands vertreten.
00:32:33: Dann ist es so, hey, die waren da, dass man sich so einen Pool aufbaut oder ein Netzwerk da drin.
00:32:40: Genau, gibt es in ganz vielen Bereichen.
00:32:43: Tierrechte, Haustiere, was weiß ich, Wassersport, das hatte ich jetzt gerade noch gesehen, alles rund ums Fahrrad einschließlich Zoll.
00:32:54: Und weißt du, was ich glaube?
00:32:56: Ich möchte dann auch jemanden, der auch ein Tierfreund ist.
00:32:59: Ja, also jetzt mal nur von meinem Gefühl.
00:33:02: Wenn es da, wenn es ~ mein mein Tier geht, mein Nutztier oder mein Luxustier, was weiß ich, am besten noch das Luxustier, dann will ich, dass der meine Liebe zu dem Tier
00:33:10: versteht und dass ich nicht möchte, käme ich jetzt im Rechtsgebiet nicht aus, aber dass das nicht eingeschläfert wird und dass der sagt, boah, ich werde da für dich kämpfen.
00:33:18: Also wieder zurück zur Authentizität.
00:33:20: Also nicht nur, übrigens auch ein schweres Wort, nicht nur sich Wir sagen, ich nehme jetzt diese Nische und das mache ich jetzt, sondern sich schon prüfen, ist das denn auch meine Nische?
00:33:32: Also brenne ich dafür, mag ich das, mag ich die Leute, mag ich diesen Bereich?
00:33:38: Ist, glaube ich, total wichtig, weil du sonst nicht authentisch sein kannst und auch wahrscheinlich keine Lust auf viele Themen hast.
00:33:49: Aber das erfordert auch, da noch mal hin zurückzukommen, auch einen gewissen Mut.
00:33:52: Also zu sagen, ich gehe damit raus.
00:33:55: mit meiner Metal-Affinität, meiner Tierliebe.
00:33:59: Ich bin nicht mehr der im Anzug, der das Recht kennt, sondern ich bin Tierliebhaber, der das Recht kennt und zeige mich mit meinem Zwergpinscher.
00:34:11: Was weiß ich.
00:34:13: Ja, Mut auf jeden Fall, aber ich habe bei den Kolleginnen und Kollegen, die ich kenne, wo man im Austausch steht, nur die Erfahrung gespiegelt bekommen.
00:34:26: Der Mut hat sich bezahlt gemacht.
00:34:29: muss man manchmal mutiger sein als man eigentlich ist.
00:34:32: Also da so, ja.
00:34:34: Ja, klar, du hast immer gewisses wirtschaftliches Risiko damit verbunden.
00:34:40: Aber was spricht denn dagegen, einfach mal zu machen?
00:34:46: Naja, wie gesagt, man könnte sich lächerlich machen, die Kollegen lachen oder machen komische Kommentare unter den LinkedIn-Posts oder bei Instagram.
00:34:57: Das hast du doch sowieso immer.
00:34:59: Also wenn ich von jedem Kommentar, der böse zu mir ist oder böse über mich schreit, ich da angefasst wäre...
00:35:06: Ja, aber das sind viele nicht gewöhnt.
00:35:09: Also sich in die Öffentlichkeit begeben und heißt auch, sich angreifbarer zu machen, sichtbarer zu sein.
00:35:16: Das ist auf jeden Fall so.
00:35:17: Das muss man sich vorher klar machen.
00:35:19: Wer sich exponiert, kriegt eins drauf.
00:35:22: Das ist so.
00:35:23: Ich nehme das immer nicht persönlich, die meisten, dann so garstig kommentieren, bei mir sind das immer, also immer, Art Personennamen ist natürlich ganz schnell dabei.
00:35:32: Frau ist ja schon Angriffsthema Nummer eins.
00:35:35: Gott, ich bin eine Frau.
00:35:36: Dann bin ich entweder zu jung oder zu alt.
00:35:39: irgendwas ist immer.
00:35:40: Ich glaube, das darf man nicht persönlich nehmen, weil die Kommentatoren dich ja gar nicht persönlich kennen.
00:35:47: Also du kannst ja gar nicht gemeint sein.
00:35:50: Und jeder, der so kommentiert hat, hat in allererster Linie eins, irgendein Thema mit sich selbst, gar nicht mit mir.
00:35:57: So und ich hoffe, das muss man sich klar machen.
00:36:01: Und zu dem Mut gibt es ja auch, du kannst ja auch den kleinen Mut erstmal vorneweg schicken.
00:36:06: Es muss ja nicht der große Mut sein.
00:36:08: Du kannst ja so eine Marke auch als zweites Standbein erst mal etablieren.
00:36:14: Du musst ja nicht alles auf eine Karte setzen.
00:36:17: Ich kenne ganz viele Kolleginnen und Kollegen, die sind in einer Kanzlei und haben dann zusätzlich ihre Marke.
00:36:25: X-Y Anwältin, der X-Y Anwalt.
00:36:28: Kannst du ja machen, du ja mal einen Fuß ins Wasser halten.
00:36:31: Die Strukturen, du kannst ja mal versuchen, eine spezielle Brand dann noch zu schaffen.
00:36:37: Also ich verstehe das total nicht total.
00:36:39: Ich kenne aber eben auch die andere Seite und ich möchte noch mal eine Lanze brechen für wie schwer das auch ist, sich nach draußen zu wagen und Marketing zu machen.
00:36:48: Und so viele, also bei mir angefangen, aber auch viele Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich spreche, die sagen, nein, ich will mich da nicht so in den Vordergrund drängen.
00:36:58: Es geht ja nicht mich.
00:36:59: Es geht ja die Sache, obwohl sie natürlich Geld verdienen wollen.
00:37:03: Aber es ist, ich glaube, Meine Wahrnehmung ist jedenfalls, dass unsere Berufsgruppe eine ist, die nicht gewöhnt ist, für sich selber Marketing zu machen, der da schwerfällt.
00:37:14: Und dann ist es psychologisch, du hast ja natürlich total recht, Leute, die böse Kommentare machen, haben hauptsächlich ein Problem mit sich.
00:37:21: Und trotzdem muss ich das verarbeiten können.
00:37:24: Trotzdem muss ich dahin kommen, wo du bist, zu lernen, okay, es geht nicht mich, ich muss es nicht persönlich nehmen.
00:37:31: Aber glaubst du...
00:37:33: Glaubst du, das geht ohne irgendwie, weiß ich nicht, begleitende Therapie, Persönlichkeitsentwicklung, Coaching?
00:37:41: Oder, also ich meine, bei dir ging das auf jeden Fall.
00:37:43: Ich überlege nur gerade sozusagen für die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen.
00:37:48: Ja, was heißt, bei mir ging das auf jeden Fall.
00:37:50: Ich bin ja eben dieser Sachbuch-Junkie.
00:37:54: Und auch da hilft natürlich mein eigener Podcast wieder.
00:37:57: Ich habe ja die ganzen Coaches am Mikro.
00:38:01: Entschuldige, meine Damen und ich spreche ja mit diesen Menschen nicht nur für euch, sondern ich bin ja die Erste, profitiert, und zwar schon bevor ich es veröffentliche.
00:38:10: Das heißt, ich kriege permanent diesen ganzen wertvollen Input.
00:38:14: Und ich glaube, das Wichtige ist einfach,
00:38:19: durchaus mit dem Thema Selbstführung zu befassen, dann bist du da schon on track.
00:38:26: sich realistisch damit auseinanderzusetzen, bevor ich es mache.
00:38:30: Was kann passieren, wenn ich mich exponiere?
00:38:33: Weil wenn du so völlig freudig weißt, du hattest eine super Idee, du hast jetzt ein Konzept, du gehst damit raus.
00:38:41: Und dann kommen, und ich meine das gar nicht böse, aber aller Voraussicht nach Menschen, die vielleicht älter sind als du und vielleicht ein anderes Geschlecht haben, aus der Ecke und bashen dich einmal durch die Plattform, dann erwischt dich das eiskalt und das tut weh.
00:39:01: Wenn du aber vorher weißt, okay, ich moderiere dann durch, da wird halt ein bisschen was gemeldet, da wird ein bisschen was gelöscht.
00:39:11: Aber Hauptsache, ich werde gesehen.
00:39:13: Und vielleicht kriege ich auch bisschen positives Feedback.
00:39:16: Also vorbereitet da reingehen.
00:39:18: Das hilft.
00:39:19: Und ich glaube, einfach interessiert sein an Coaching, Selbstführungsthemen, kann ich nur empfehlen, beiden, weiß nicht, ob ich Werbung machen darf, die beiden Episoden mit Karin Kuschik.
00:39:32: Und deine Welt ist einfach besser.
00:39:35: Ich glaube, schon mal darüber gesprochen.
00:39:37: Karin Kuschik kenne ich ja vom Impro Theater von vor 15 Jahren.
00:39:41: Ja, und ich habe jetzt zwei insgesamt mit dir aufgezeichnet.
00:39:44: das ist für mich diese Frau ist die die Königin.
00:39:50: Echt, wir so viel abgeguckt und ja, Inspiration ist einfach schön.
00:39:56: Und da kannst du dir immer was mitnehmen.
00:39:58: Ich glaube, wenn man sich damit befasst, dann bist du auch so ein bisschen bisschen gewappnet.
00:40:04: Und ich stimme dir absolut zu.
00:40:07: Das ist ein Kernpunkt ganz vieler Vorträge und Coachings, die ich schon gegeben habe.
00:40:13: Anwälte sind schlechte Selbstvermarkter.
00:40:18: Weil wir immer denken, meine Leistung spricht ja für sich.
00:40:22: Nein, tut sie nicht.
00:40:24: man erst mal wahrnehmen.
00:40:29: Mir ist noch im Kopf gerade die lustigste Anekdote, die ich mit Karin Kuschik hatte.
00:40:34: habe früher mit ihr Impro Theater auch gespielt mal.
00:40:37: Und nach dem Spielen, nachdem ich glaube, es war ein Training, haben wir gesprochen und ich meinte zu ihr, irgendeinen Anlass hatte ich, du kannst keinen Tiefstatus spielen.
00:40:48: Das kannst du einfach nicht.
00:40:49: Du bist immer irgendwie präsent und groß.
00:40:51: Also sag's ja, sie ist großartig.
00:40:53: Das stimmt auch.
00:40:55: Und was war ihre Reaktion?
00:40:57: Sie ging vor mir auf die Knie und drückte ihren Lippenstift auf meine Wildlederschuhe, wo ich mir dachte, das war jetzt keine Demonstration von Tiefstatus, auch wenn du auf die Knie gehst.
00:41:10: Sie konnte es damals einfach nicht.
00:41:13: Aber wie gesagt, das unterstreicht eigentlich nur, dass sie eine großartige Frau ist.
00:41:20: Nochmal rausgehen und drüber sprechen.
00:41:22: Hast du gerade gesagt...
00:41:24: Es gibt ja auch das Argument, das nimmst du in dem Beitrag auch auf, na ja, wenn ich irgendwie rede über das, was ich tue, dann gebe ich ja auch Fachwissen raus.
00:41:33: Ich verschenke ja Informationen irgendwie an Laien oder an Kolleginnen und Kollegen.
00:41:39: Was würdest du da sagen?
00:41:41: Ist das legitim?
00:41:42: Ich sehe, du schüttelst den Kopf.
00:41:45: Ja, ich verstehe den Grundgedanken.
00:41:48: Aber das ist eigentlich ein Grundprinzip guten Marketing, dass du ja ein paar Häppchen verteilen musst.
00:41:57: Also im Supermarkt steht ja auch der Käsemann und lässt dich ein Häppchen kaufen.
00:42:06: Da wird du den Käselaib kaufst oder zumindest eine Packung.
00:42:08: Also ich glaube, ist
00:42:13: Das ist eine falsche Vorstellung.
00:42:17: Weil du kannst doch in einem kurzen Beitrag, wenn du grundsätzlich so Dinge sagst wie, ja, also bei einer Kündigung muss ich grundsätzlich auf dies oder jenes achten.
00:42:25: Du erklärst damit doch nicht den konkreten Fall.
00:42:28: es sind ja deine Adressaten sind ja immer noch juristische Laien.
00:42:32: Da gibt es eine Besonderheit.
00:42:34: Der will seine persönliche Geschichte dazu erzählen.
00:42:38: Der weiß nicht genau mit den Fristen.
00:42:39: Das sind ja nur Kleinigkeiten.
00:42:41: die du da preisgibst und letzten Endes, glaube ich, tun wir uns damit selbst gefallen.
00:42:46: Du schaffst so eine gewisse Form von Awareness, dass die Menschen, die in die Situation kommen, dann aha, da war doch was, da muss ich doch, gelber Umschlag, habe ich doch schon mal gelesen.
00:42:56: Und vielleicht hast du dann das Glück, dass jemand zu dir kommt, bevor das Kind in Brunnen gefallen ist.
00:43:01: Du kannst doch sowieso nicht den konkreten, die konkrete Lösung für diesen Sachverhalt liefern, diesen Lebenssachverhalt.
00:43:08: nicht.
00:43:09: Also es gibt ja auch einige Anwälte, die das schon machen, Anwälte und Anwältinnen.
00:43:15: Ich glaube auch, ich glaube auch, dass es noch viel mehr Raum dafür geben sollte.
00:43:20: Wenn es 160.000 Juristinnen und Juristen machen, dann wird es laut.
00:43:26: Aber wie gesagt, ich glaube das, oder nicht wie gesagt, aber ich glaube, das wird sich dann schon sortieren.
00:43:31: weil es machen noch viel zu wenige.
00:43:33: Irgendwie hat man den Eindruck, die kann nicht alle irgendwie an zwei Händen abzählen, weil es immer wieder die gleichen Leute sind, die eingeladen werden, nämlich die, die letztendlich sichtbar sind.
00:43:46: Ja, das ist auf jeden Fall ein Thema.
00:43:54: Du hast gerade eben gesagt Sichtbarkeit, oder das vielleicht auch ganz interessant, weil das im Artikel auch erwähnst.
00:44:01: Sichtbarkeit von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwältinnen stärkt auch das Vertrauen in den Rechtsstaat.
00:44:08: Ist das nicht ein bisschen viel verlangt von einem LinkedIn-Post?
00:44:12: Nee, ich denke nicht.
00:44:14: Also und es ist ja nicht der eine LinkedIn-Post.
00:44:18: Wenn du aber ein bisschen beobachtest, was so kolportiert wird in den sozialen Medien über Anwälte, über Anwältinnen, es ist grausam.
00:44:27: Es ist vielleicht nicht ganz so grausam wie das über Richter und Richterin.
00:44:32: Aber es gibt schon zu weiten Teilen noch das Bild, alle Anwälte, die sind so seelenlos, geldgierig.
00:44:41: Du und dein Problem interessierst die überhaupt nicht.
00:44:44: Die denken nur an ihre Gebühren und sobald sie die haben, machen die auch nichts mehr für dich.
00:44:50: Also ich überspitze jetzt.
00:44:51: Aber das sind wirklich Dinge, die du immer und immer wieder liest.
00:44:54: Und ich glaube schon, dass wir so ein bisschen, ich würde schon sagen, Vertrauenskrise in das gesamte System.
00:45:02: Rechtsstaat, viele Dinge dauern zu lange.
00:45:05: Da kommt natürlich auch dazu dass Menschen in unserer digitalen eine unglaubliche Erwartungshaltung haben, wie lange Dinge dauern dürfen, weil du ja alles sofort regeln kannst.
00:45:17: Du willst eine Pizza bestellen, kannst du sofort machen.
00:45:19: Arzttermin kommt drauf an.
00:45:20: Welcher?
00:45:21: Sagen wir mal Friseurtermin, Kosmetiktermin.
00:45:24: Ja, Arzt, lass mal raus.
00:45:26: schwierig.
00:45:27: du kannst ja alles sofort regeln.
00:45:29: Du kannst alles sofort in deine KI reinpacken.
00:45:33: Du kannst alles ergooglen.
00:45:34: Und beim Anwalt musst du manchmal auf eine Antwort warten.
00:45:38: Aber auch das ist ein Thema, das du ja erklären kannst.
00:45:42: Du kannst sichtbar sein, du kannst ...
00:45:45: Ich kenne einige Kolleginnen, die machen das so fantastisch zu Themen, die wirklich immer emotional aufgeladen sind.
00:45:53: Also Sorge, Umgang, Scheidung.
00:45:55: Und ich glaube schon, dass du durch die Art, wie du Dinge erklärst, ein Bild transportieren kannst ...
00:46:01: Hey, ist jemand, der interessiert sich ja auch wirklich für die Probleme, hat Verständnis.
00:46:07: Ich bin nicht nur Mandatnummer irgendwas und Gelddruckmaschine.
00:46:13: Das ist das, was viele im Kopf haben, was natürlich nicht stimmt.
00:46:17: Aber Kommunikation ist auch nichts, was wir im Studium gelernt haben.
00:46:20: Das ist Skill, man entweder hat oder den man sich antrainiert mit der Zeit.
00:46:26: klar, glaube, als guter Anwältin, lernt man das.
00:46:30: Aber das ist schon, ja, muss man können.
00:46:34: Gleichzeitig, das ist eher eine Frage, siehst du uns Anwältinnen und Anwältinnen auch in der Defensive?
00:46:41: Also ich habe gerade in der LTO...
00:46:44: Legal Tribune Online gelesen.
00:46:46: Der Präsident des Sozialgerichts sagt, die gehen gerade unter vor sozusagen Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern, die das mit KI-erstellten 20-Seiten-Schriftsatz erstellen lassen.
00:46:58: Da würdest du mir wahrscheinlich sagen, sollten die besser mit dem Anwalt machen.
00:47:04: Aber siehst du da auch ein Problem, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger sagen, na ja, das mache ich jetzt selber, wo ich kann, also wo ich es darf?
00:47:13: Problem in welcher Hinsicht?
00:47:15: Also Problem für wen?
00:47:18: Für das Justizsystem auf jeden Fall, aber möglicherweise auch für die Rechtsanwaltschaft, weil die dann vielleicht auch nicht mehr zum Rechtsanwalt gehen, wo sie es früher gemacht hätten.
00:47:28: Weil sie sagen, ChatGPT macht mir das auch, sagt dann zwar nachher, darf dir keine Rechtsberatung geben, aber ich habe ja dann eine.
00:47:34: Und weiter geht es.
00:47:37: Ich glaube, Problem wird das für die Anwaltschaft nicht.
00:47:42: Ich denke schon, dass sich das auf die Fälle beschränkt, wo die Leute das mal versuchen.
00:47:47: Wir klammern jetzt mal diese eine Strafverteidigung aus, wo man denkt, na ja gut, das ist ein Bescheid oder irgendwie sowas.
00:47:54: Das ist vielleicht, ich bin geblitzt worden oder es sind so niedrigschwellige Dinge.
00:48:00: Ich glaube, immer wenn es entweder ~ einen bestimmte Geldsumme geht, also wenn einfach finanziell viel drin steckt oder es Dinge sind, die dich emotional wahnsinnig belasten, wo es dein Kind geht.
00:48:18: du das über ChatGPT?
00:48:20: Nein.
00:48:21: Nein, würde ich nicht.
00:48:23: So und ich glaube, dass das jetzt halt so ein Hype ist, aber auch da, wenn die Medien ihren Beitrag dazu leisten, wenn das alles scheitert, dann stehen sie halt letzten Endes dann doch wieder beim Anwalt auf der Matte.
00:48:38: Und ganz ehrlich, ich ich würde sowas nicht mit schenken und ich bin Anwältin.
00:48:45: Sozialrecht, Keine Ahnung.
00:48:48: würde ich mir selber nicht zutrauen, nicht mehr mit der Unterstützung von ChatGPT, wenn ich da irgendwie Versicherungsfragen oder was auch immer hätte, Rente, keine Ahnung.
00:48:57: hätte immer eine Kollegin beauftragt und ich glaube, dass sich das langfristig auch deutlich zeigen wird.
00:49:01: Ich glaube, wir werden mehr Angebote haben im einfach skalierbaren Bereich.
00:49:07: Und ich glaube, dass ab einer gewissen Bedeutung für den jeweiligen Mandanten die Mandantin das Thema raus ist.
00:49:16: Weil du siehst es ja selber, hast irgendeinen Zipperlein, googelst, du bist immer morgen tot, hast immer morgen, du hast immer Krebs.
00:49:23: Leider.
00:49:26: Ich habe ohnehin als Richter schon den Eindruck gewonnen, dass viele Rechtsthemen eigentlich emotionale Themen sind.
00:49:35: Also wieso klagt man, also gerade Nachbarschaftssachen, die ich dann auch hatte, so und dass der Kläger, die Klägerin viel bereiter zu einem Vergleich war, wenn sie mal die Gelegenheit hatten, vor Gericht selber vorzutragen.
00:49:52: Also neben ihrem Anwalt natürlich, aber selber vortragen, vom Richter gehört zu werden und gesagt zu bekommen, ich verstehe sie auf der einen Seite.
00:50:00: Ich kann ihr Problem verstehen.
00:50:02: Ich darf ihnen nur aus den und den rechtlichen Gründen hier nicht ihren ganzen Anspruch oder alles, was sie geltend machen, geben, dass diese emotionale Komponente unheimlich viel ausmacht bei Rechtsstreiten.
00:50:16: es ist vielleicht so ein bisschen eine steile These von mir, dass wir als Rechtsanwaltschaft immer mehr auch zu Kommunikatoren und Übersetzern werden.
00:50:27: Also weg von nur reinem Fachwissen, was sich jeder dann irgendwann selber aus der juristischen Datenbank ziehen kann, hin zu Begleiter an der Seite der Mandanten, was viele auch jetzt schon sind.
00:50:40: Aber dass sich das noch weiter in die Richtung entwickelt.
00:50:46: Also wenn das eine super steile These wäre, hätte ich jetzt ein Problem, weil ich das in jedem zweiten Vortrag immer sage.
00:50:52: bin fest überzeugt davon, dass dem so ist.
00:50:57: Und das ist auch etwas, was KI nicht ersetzen kann, dass du aus diesem Problem, das oft nicht ein Rechtsproblem ist, sondern ein Lebensproblem, das wesentlich rauszufiltern.
00:51:08: Das funktioniert nicht, wenn du das schriftlich in KI reinhaust.
00:51:11: Manchmal braucht es eben ein Telefonat, Online-Meeting, persönliches Gespräch.
00:51:16: Bestes Beispiel, ich habe einen ganz coolen Kollegen, der arbeitet für Corti.
00:51:23: Die machen so fürs Gesundheitswesen KI-Lösungen und hat auch Connections bis in die USA.
00:51:29: Und da wurde mal Pilotprojekt gestartet, Notrufe entgegenzunehmen durch KI.
00:51:37: KI.
00:51:39: kolossal gescheitert, weil es mit dem Erkennen von Emotionen in der Stimme nicht hinhaut.
00:51:47: ~ einzusortieren, ist es super wichtig oder nicht.
00:51:50: Das Beispiel war, ein Vater hat angerufen, völlig aufgelöst, panisch, weil das Kind hat sich mit der Bastelschere geschnitten und geblutet.
00:51:59: Das wird von der KI aufgrund der Erregung in der Stimme völlig falsch kategorisiert.
00:52:05: Dann hatten sie einen, der war, ich weiß nicht mehr, Berufssoldat oder irgendwie was, Special Forces, keine Ahnung.
00:52:12: So ungefähr ein Abgehackt, hat sich aber selber mit Tourniquet und lalala ganz nüchtern am Telefon.
00:52:17: Ja, das stuft die KI als nicht wichtig ein.
00:52:20: Ich fand das sehr schöne plakative Beispiel, zu zeigen, dass gewisse Dinge, die wir mit dem Background, was sind die Rechtsprobleme, anwenden können, ein Lebensproblem vielleicht zu...
00:52:34: erstmal zu entdecken und dann zu lösen.
00:52:36: Deswegen sage ich, wir müssen Übersetzer sein.
00:52:39: Wir müssen ein Stück weit Detektiv sein, zu erkennen, worum geht es hier eigentlich.
00:52:44: Geht es da wirklich den Gartenzaun, der irgendwie zehn Zentimeter verrückt wurde oder geht es darum, dass man eigentlich vor Jahren mal befreundet war und jetzt ist das alles im Bach runter.
00:52:54: Also nur so ganz einfache Beispiele zu nennen.
00:52:57: Ganz bei dir.
00:52:57: Keine steile These, wie ich finde.
00:53:00: Okay, dann habe mir die offene Tür ein gerannt.
00:53:03: Aber auch nichts, was wir lernen, was wir irgendwie mal im Studium und Ausbildung und nicht mal als Berufsanfänger in der Kanzlei lernen.
00:53:13: Das heißt sozusagen, selbst Weiterentwicklung ist jetzt nötig.
00:53:17: deshalb kommen wir wieder an den Anfang unseres Gesprächs, wo du gesagt hast, es braucht ein Update.
00:53:24: Vielleicht nicht nur von natürlicher Intelligenz, sondern vielleicht auch von emotionaler Intelligenz.
00:53:29: denke ich jetzt gerade so nach unserem Gespräch.
00:53:34: Ich denke, ja.
00:53:36: Okay.
00:53:37: Wir sind schon zeitlich sehr weit fortgeschritten.
00:53:42: obwohl ich gerne noch weiter mit dir sprechen würde und alle, jetzt total Lust haben, deine Stimme weiter zu hören, deine Themen und Thesen weiter zu hören, kann ich jetzt auch schon mal sagen, unter dem Podcast werde ich das alles verlinken.
00:53:55: Deine verschiedenen Podcasts, die du hast.
00:53:58: Und ich kann nur alle einladen, dir dazu folgen und zu hören.
00:54:02: Das ist unheimlich spannend, was du machst und die Thesen, die du vertrittst.
00:54:05: Und auch eine sehr wichtige Arbeit für unseren Rechtsstaat, für unsere Demokratie.
00:54:10: Da stimme ich dir zu.
00:54:12: Und das jetzt aufnehmen, möchte ich dir die Abschlussfrage stellen, die ich allen meinen Gästen stelle.
00:54:19: Was wünscht du dir denn für die Zukunft des Rechts oder des Rechtssystems?
00:54:24: Vielleicht wurde es auch schon gesagt.
00:54:26: Vielleicht ist es was anderes.
00:54:30: für die Zukunft des Rechts und des Rechtssystems.
00:54:34: Ich würde mir wünschen, dass manches ein bisschen weniger kompliziert geregelt ist.
00:54:43: Also mir begegnen auch durch meine Arbeit immer wieder Vorschriften, wo ich denke...
00:54:49: So und dann hast du noch eine Reform und es macht alles einfach nur schlimmer, obwohl es gar nicht nötig ist.
00:54:56: Und dass wir das vielleicht auch gerade der Gesetzgeber erkennt, dass recht vieles regeln kann, dass ich aber nicht immer alles verschärfen muss, sondern vielleicht in unserem System, das ist so mein Herzensding, manchmal auch Prävention eine ganz gute Idee ist, da muss ich nicht immer verschärfen.
00:55:14: Also vereinfachen, weniger verschärfen und dass alle, in diesem Rechtssystem arbeiten, versuchen, Recht verständlicher zu machen für die, die es auch betrifft, ohne darin ausgebildet worden zu sein.
00:55:30: Das war jetzt kompliziert, Naja.
00:55:32: Das war Druckreif, liebe Steffi.
00:55:35: Ein schönes Ende eines wunderbaren Gesprächs.
00:55:39: Vielen Dank, dass du bei mir im Podcast warst.
00:55:43: Ich freue mich auf das nächste Mal, wenn wir uns wiedersehen und wünsche dir noch einen wunderschönen Tag.
00:55:47: 1.000 Dank für die Einladung.
00:55:49: mir viel Freude gemacht, Daniel.
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