Warum Juristen nicht mehr 20 Jahre absitzen können (mit Nadine Lilienthal)
Shownotes
Nadine Lilienthal hatte nie einen Karriereplan. Von der Großkanzlei ging es über Brüssel und die Leitung der Rechtsabteilung bei GetYourGuide in die Selbstständigkeit, heute ist sie bei DiliTrust, Legal Influencerin und für viele Juristinnen und Juristen ein Vorbild dafür, wie man sich beruflich weiterentwickelt.
Was man von ihr lernen kann: auf den Kloß im Magen hören. Einen Wechsel als Identität verstehen, die man abstreifen darf. Nicht gleich radikal kündigen, sondern Gelegenheiten schaffen, sichtbar werden mit dem, was einen interessiert, und mit Leuten sprechen. Und sich Zeit lassen, denn es gibt keinen richtigen Weg. Oder anders herum: Es gibt nur einen richtigen Weg, nämlich deinen.
Nadine Lilienthal auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-nadine-lilienthal/
Nadines Podcasts:
Zukunft Rechtsmarkt, Gespräche über den Rechtsmarkt von morgen: https://open.spotify.com/show/7shk8sdkf4pZnKYsyxjftp
Modern Survival, über das Leben und Arbeiten in einer Welt im Wandel: https://open.spotify.com/show/2nfqjC75ZQ9w0BMPn9sE2b
Buchtipp aus der Folge: Joana Breidenbach und Bettina Rollow, New Work needs Inner Work (Vahlen): https://www.sack.de/breidenbach-rollow-new-work-needs-inner-work/9783800661374
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Fragen, Gästewünsche, Kritik: question@danielhalft.com
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Transkript anzeigen
00:00:00: Man fragt sich ja dann doch immer, was bleibt denn von uns?
00:00:04: Ich glaube aber trotzdem, dass wir halt super agil bleiben müssen in unserer Rolle und in dem, wie wir uns anpassen.
00:00:12: Also ich glaube, es ist nicht so die Zeit, wo man jetzt gut sagen kann, ja okay, ich sitze jetzt hier meine nächsten 15, 15, 20 Jahre oder noch etwas mehr hier einfach ab.
00:00:28: Willkommen zu Alles ist Recht, meiner Reise durch die Zukunft und die Vergangenheit des Rechts.
00:00:34: Ich bin Daniel Halft und heute geht es um juristische Lebensläufe.
00:00:39: Dazu habe ich Nadine Lilienthal da, Juristin, Podcasterin und Lawfluencerin.
00:00:46: Nadine, schön, dass du da bist.
00:00:48: freue mich auch sehr und bin gespannt auf dein neues Format.
00:00:51: Ja, das wirst du jetzt hautnah kennenlernen.
00:00:54: Und bevor wir ins Thema einsteigen und das Thema bist du heute, habe ich ein paar Überraschungsfragen für dich, damit wir dich auch gleich gut kennenlernen.
00:01:04: Wenn du auf einer Party gefragt wirst, was du machst, was würdest du dann so laut in ein, zwei Sätzen antworten?
00:01:12: Ich hasse diese Frage, weil ich tatsächlich nicht so wahnsinnig gerne über mich spreche.
00:01:16: Insofern hast du dir ja für dieses Thema genau die richtige Person ausgesucht.
00:01:21: Also würde ich wahrscheinlich so bisschen rumdrücken.
00:01:24: Man würde mir anmerken, dass mir das Thema jetzt nicht so super angenehm ist und dann würde ich sagen, ja ich arbeite an einer Schnittstelle zwischen Technologie und Recht und interessiere mich besonders für Legal Innovation.
00:01:36: Es ist total interessant, du bist so öffentlich sichtbar.
00:01:40: Aber wie gesagt, heißt ja nicht, dass man dann gerne über sich redet.
00:01:45: Aber vielen Dank, dass du trotzdem gekommen bist und dich dem Thema stellst.
00:01:53: Ich glaube übrigens, dass es vielen Juristinnen und Juristen so geht wie dir.
00:01:56: Also so, dass man vielleicht über seine Arbeit gerne redet, aber nicht so sehr über sich.
00:02:01: Aber jetzt sind wir auf der Party und meine nächste Frage, dann der Partygast fragt dich, Welcher Anwalt oder Richter oder Richterin aus Film und Fernsehen bist du oder bist du gar nicht?
00:02:17: Das finde ich allein schon deshalb wahnsinnig schwierig, weil ich sehr wenig Fernsehen gucke.
00:02:24: Der Einzige, der mir gerade einfällt, ist Harvey Specter.
00:02:29: Kann ich mich jetzt damit identifizieren?
00:02:31: Also ich habe ja auch eine Zeit lang in der Großkanzlei gearbeitet.
00:02:34: Insofern kann ich mich zumindest, sage ich mal, diesem bisschen Weltmännischen.
00:02:38: Man hat die Dinge immer in der Hand und findet immer eine Lösung identifizieren.
00:02:47: es doch etwas weiter und etwas offener, das juristische Thema, gerade wie ich es aktuell betrachte.
00:02:55: Ich arbeite jetzt auch sehr viel an juristischen Schnittstellen.
00:02:58: Das ist natürlich eine ganz andere Tätigkeit als so eine typische Großkanzlei-Welt.
00:03:04: Der typische Anwalt.
00:03:05: Es gibt leider wenig Serien über das, was du machst, also noch.
00:03:08: Deswegen müssen wir uns an dem orientieren, was wir kennen.
00:03:12: Hast du nicht als Kind irgendwie Filme geguckt oder so?
00:03:15: Liebling, wie heißt der?
00:03:18: Liebling Kreuzberg oder Matlock?
00:03:21: Ich war tatsächlich nicht so der große Fernsehgucker.
00:03:25: Du Glückliche.
00:03:28: Ich habe sehr viel Zeit meiner Kindheit damit verbracht.
00:03:35: Ich habe tatsächlich gerne Matlock geguckt.
00:03:38: Das ist ein Anwalt aus den USA, so ein älterer Südstaatenanwalt, der aber einfach auch so ein Herz hatte und so mit seinem Herz die Dinge gelöst hat.
00:03:47: Das hat mich jetzt nicht zu Jura gebracht, aber hat sich bei mir doch irgendwie eingeprägt.
00:03:53: Mh.
00:03:54: Nächste Frage.
00:03:55: Was liebst du an deiner Arbeit?
00:03:59: Ziemlich viel würde ich sagen.
00:04:01: das was ich aktuell mache, was ja unterschiedliche Dinge sind.
00:04:06: Ich pick jetzt mal meine Tätigkeit bei DiliTrust raus, die an seiner Schnittstelle ist.
00:04:10: Im Grunde zwischen ganz verschiedenen Abteilungen.
00:04:13: Also zwischen Product Tech auf der einen Seite, zwischen dem Vertrieb auf der anderen Seite, zwischen der Legal Community und da so diese Brücken zu bauen.
00:04:23: Das ist etwas was mir sehr gut liegt zu sagen.
00:04:27: Ja was...
00:04:29: Was sind denn vielleicht Bedarfe im Produkt, die noch nicht abgedeckt sind, wo wir mit bestimmten Partnern zusammenarbeiten sollten?
00:04:35: Wie können wir über bestimmte Themen kommunizieren?
00:04:38: Was sind neue Themen im Rechtsmarkt, auf die wir uns einstellen sollten?
00:04:42: Das ist super vielfältig.
00:04:45: von Dingen, die wir jetzt machen, man spricht im Podcast, ich spreche auf Veranstaltungen, ich schreibe Fachartikel zu, ich organisiere Events mit und in Legal Community.
00:04:56: Ich bin auch intern für KI-Themen verantwortlich.
00:05:00: treibe das so voran, dass wir selber intern sehr viel mit KI arbeiten, was ich auch total wichtig finde, weil ich glaube, wenn man selber also in seiner eigenen Unternehmensphilosophie Innovation tief verankert hat, ist es natürlich auch einfacher ein innovatives Produkt zu erstellen.
00:05:15: Ja, und das liebst du alles?
00:05:19: Ja, okay.
00:05:21: Und hast du einen Jobtitel, also unter dem sich das gerade so fassen lässt?
00:05:25: Also mein Jobtitel ist Head of Legal Expertise and Alliances des Dachs, was, finde ich, sehr lang ist und einem vielleicht auch erstmal gar nicht so viel sagt.
00:05:36: Ich wüsste jetzt auch nicht, also ich glaube, es ist tatsächlich nicht so ein Standardjobtitel, dem ich entspreche und ich habe mich auch nicht auf so ein Standardjobtitel beworben, sondern ich wurde ja so bisschen gefunden.
00:05:50: und vielleicht noch zum Kontext dazu.
00:05:52: Also DiliTrust hat damals auch ein Gesicht für den Dachmarkt gesucht, also für den deutschsprachigen Raum und waren dann auch interessiert mit jemanden zusammenzuarbeiten, der sich in Legal Tech ein bisschen auskennt und auch die Community kennt und aber auch auf der Inhouse-Seite die Bedarfe einschätzen kann.
00:06:10: Bei mir dadurch kommt, dass ich auch als General Counsel tätig war.
00:06:14: Also ich glaube, man muss halt immer einen Aufhänger finden.
00:06:18: Irgendwas muss ja auch im Arbeitsvertrag stehen.
00:06:20: Aber wie du gerade eben schon gesagt hast, die Dinge, die du machst, sind so unterschiedlich und so individuell.
00:06:25: Ich glaube, es gibt wenige Jobs, die genau das abbilden, was du auch machst.
00:06:30: In anderen Unternehmen, ist das immer.
00:06:32: Ja, gerne.
00:06:35: Das finde ich auch gerade cool und spannend in unserer heutigen Zeit.
00:06:38: Und ich glaube, hatten wir als Juristen ja noch nie so große Möglichkeiten, wie jetzt, so in neue Schnittstellen reinzugehen.
00:06:46: wenn man vielleicht, also bei mir ist es zum Beispiel persönlich so, dass ich auch immer mehr dadurch mich dahin entwickeln konnte, dass ich wirklich mit viel Leichtigkeit arbeite.
00:06:56: Also das juristische Werkzeug habe ich natürlich gelernt und die juristische Arbeit ist etwas, was ich schon viel Jahre mache und ich würde sagen auch kann, auch dort gewohnt bin immer wieder mich in neue Themen einzuarbeiten.
00:07:09: Gleichzeitig glaube ich aber, dass damit alleine ich jetzt nicht voll meine Stärken...
00:07:13: ausspielen kann, sondern dass es auch noch viele andere Dinge gibt, die mir vielleicht noch ein bisschen leichter fallen und die ich in so einem ganz klassischen juristischen Job nicht so ausspielen kann.
00:07:23: Und das finde ich halt sehr cool an unserer Zeit, dass wir halt die Gelegenheit haben, so neue Sachen selber aus uns heraus intrinsisch zu entwickeln.
00:07:30: Ich habe ja im Endeffekt jetzt einen Job bekommen, der im Grunde ganz viel abbildet, was vorher, sage ich mal, Dinge waren, die ich einfach so gemacht habe.
00:07:41: Wunderbar.
00:07:42: Ich merke, wir haben das richtige Thema gewählt, Nadine.
00:07:44: Ich will da gleich noch viel mit dir darüber sprechen, auch so ein bisschen, wie es dazu kam, was du vielleicht anderen raten würdest.
00:07:52: Lass mich nochmal zurückkommen zu, du hast gesagt, ihr nutzt auch intern KI.
00:07:56: Jetzt mal zu dir.
00:07:57: Wie viel Prozent deiner Arbeit, glaubst du, lässt sich denn automatisieren?
00:08:01: Sagen wir mal in fünf Jahren oder so, innerhalb der nächsten fünf Jahre?
00:08:08: Also ich glaube bei meiner Arbeit ist es tatsächlich nicht so einfach, weil ich an vielen Stellen so eigentlich Impulse dafür gebe, was gemacht werden kann, wenig repetitive Sachen mache.
00:08:24: Generell würde ich aber schon sagen, dass wir viele Tätigkeiten auch in Prozesse packen können und ich würde auch sagen, dass ich schon sehr viel mit KI arbeite und definitiv meine Arbeitskraft damit auch skalieren kann, weil ich bei vielen Themen einfach wesentlich schneller bin jetzt.
00:08:42: Also wenig Prozent heißt irgendwie so 10 Prozent.
00:08:46: Ja, ich glaube, Workflows, wie du es jetzt beschrieben hast, machen ja besonders da Sinn, wo ich etwas wiederhole.
00:08:55: Ich sag mal so dieser klassische Fall, ich schaue mir NDAs an und die sind immer wieder super ähnlich und dann baue ich dazu einen Workflow.
00:09:04: Das passt jetzt weniger gut zu meiner Arbeit, weil die Dinge, die ich mache, so unterschiedlich sind.
00:09:09: Deswegen wäre es zumindest aktuell, glaube ich, noch schwierig.
00:09:14: jetzt irgendwie einen Workflow zu bauen, der das wiederholt.
00:09:16: Weil, okay, schreibe einen Artikel, gebe einen Speech, organisiere ein Event und überleg dir, was da gemacht werden soll.
00:09:26: Überleg dir, wie man bestimmte Themen mit KI besser abbilden kann.
00:09:30: Das sind ja immer so Input-Themen.
00:09:32: Welchen Partner brauchen wir noch, vielleicht einen Transparenzregister gut abbilden zu können?
00:09:37: Das sind ja immer so Dinge, wo man wieder so einen neuen Impuls braucht.
00:09:40: Dann kann man natürlich KI benutzen, damit zu arbeiten.
00:09:43: genau, das dachte ich ja.
00:09:44: Du hast mir eigentlich ein Stichworte gegeben.
00:09:45: Welchen Partner brauchst, kann die KI schauen, also so, wo man selber früher gegoogelt hätte.
00:09:53: Brainstorming, Veranstaltungsorganisation, gerade wenn wir über die nächsten fünf Jahre sprechen, das sehe ich eigentlich schon, dass Agenten gucken, wo ist was frei?
00:10:01: das stimmt natürlich, wenn du es so sagst.
00:10:06: Wenn man es jetzt so betrachtet wie, ich sitze in einem Cockpit und sage nur, okay, das und das soll passieren, klar, kann mich KI unterstützen.
00:10:16: Ich hatte das jetzt noch bisschen krasser verstanden im Sinne von KI, ersetzt mich quasi komplett und läuft durch.
00:10:25: Aber da würde mir jetzt der Impuls an der richtigen Stelle fehlen.
00:10:28: ich glaube wir müssen dann KI schon nochmal irgendwie sagen, okay, jetzt werde tätig und mache das wie auf so einem Cockpit.
00:10:35: Ja, also sozusagen Unterstützung.
00:10:37: deine Kerntätigkeiten, aber so habe ich es jetzt verstanden und so würde ich mir vorstellen, so diese Unterstützungsarbeiten.
00:10:42: Hilft ihr beim Brainstormen, sucht Dinge raus, kann vielleicht auch dann was buchen oder so oder Preise einholen.
00:10:49: Ich weiß nicht, ob du sowas auch machst bei Veranstaltungen oder Einladungen formulieren, Einladungen verschicken aus der Datenbank, also solche Sachen.
00:10:56: sind ja alles Dinge, KI natürlich unterstützen kann.
00:11:01: Darf ich mal andersherum fragen, was muss menschlich bleiben an deiner Arbeit?
00:11:07: Naja, ich finde es schon extrem wichtig bei so etwas, was ich mache, dass es halt an der Community menschlich ist, an der Zusammenarbeit mit den Menschen, mit der juristischen Community, mit deren Bedarfen, dem, Trends sind, was die Community interessiert.
00:11:25: Auch die Zusammenarbeit, wenn ich jetzt in Richtung Partnership denke, wir haben verschiedene Partner, mit denen wir das jetzt Technologie-Tech-Partner sind oder Implementierungspartner, da ist das Menschliche schon sehr wichtig, weil das muss ja auch zwischenmenschlich miteinander gut harmonieren und gut funktionieren.
00:11:45: Und ich glaube, diese Informationen, da geht es auch oft bisschen darum, Dinge zu erahnen, bevor sie so richtig sichtbar im Netz sind und von KI dann ganz standardmäßig aufgefunden werden können.
00:11:58: Da kommen wir ein bisschen an diesen Punkt, wahrscheinlich auch alle Juristen kennen, die mit KI schon gearbeitet haben.
00:12:03: Wenn man jetzt wirklich mal so neuen Gedanken hat für einen Fachartikel, dann muss man sehr aufpassen, wenn man sich mit KI unterstützen lässt, weil KI nivelliert ja neue Gedanken heraus.
00:12:14: Mhm.
00:12:15: Und oft geht es ja diese neuen Gedanken.
00:12:19: In welche Richtung haben wir?
00:12:21: das was wir Menschen irgendwie gut können, jedenfalls noch besser können als die KI.
00:12:27: Ja, hoffentlich.
00:12:29: Man fragt sich ja dann doch immer, was bleibt denn von uns?
00:12:32: Ich glaube aber trotzdem, dass wir halt super agil bleiben müssen in unserer Rolle und in dem, wie wir uns anpassen.
00:12:41: Also ich glaube, es ist nicht so die Zeit, wo man jetzt gut sagen kann, ja okay, ich sitze jetzt hier meine nächsten 15, 15, 20 Jahre oder noch etwas mehr hier einfach ab.
00:12:51: deine Rolle ja ziemlich verändert.
00:12:54: Zum einen gab es was, was du werden wolltest, bevor du Juristin wurdest.
00:12:58: Hattest du mal was zur Tierärztin werden oder was ganz anderes?
00:13:04: Es gibt ja so Menschen, die ich auch immer bewundert habe, die so supergenauen Lebensweg manchmal schon zu Beginn des Studiums vor sich hatten, also die zum Beispiel idealistisch ins Jurastudium gestartet sind und schon wussten, ich möchte zur Europäischen Kommission oder ich möchte Anwalt für Menschenrechte werden oder...
00:13:23: Ich möchte Richterin werden oder selbst solche Sachen, wie ich möchte im Markenrecht arbeiten.
00:13:26: Manche wussten das von Anfang an.
00:13:28: Bei mir war das überhaupt nicht so.
00:13:30: Ich war so dieser klassische Fall von ich bin gut durch die Schule gekommen.
00:13:34: Ich habe mich mit unterschiedlichsten Themen wohlgefühlt.
00:13:38: Ich hatte Physik LK und Englisch LK.
00:13:41: Ich habe auch mal überlegt, Naturwissenschaftliches zu studieren.
00:13:45: Ich habe mich für Psychologie interessiert und auch für Wirtschaft und für Wirtschaftsingenieurwesen.
00:13:50: Ja, Jura war irgendwie so, war es ja da.
00:13:53: ist man ganz gut aufgehoben, wenn man viele Themen gerne macht.
00:13:55: Aber das war es dann auch schon.
00:13:57: Ich hatte nicht so einen Plan.
00:14:02: Das kam bei mir wirklich nach und nach durch verschiedene berufliche Stationen, dass ich immer mehr gemerkt habe, was ist es denn, was mir Freude bereitet, welche Art von Arbeitsumgebung brauche ich, damit ich mich wohlfühle und damit ich auch optimal mich einbringen kann.
00:14:20: Du hast ja in der Großkanzlei angefangen.
00:14:23: Also soweit ich weiß, war das deine erste richtige Station, war Allen & Overy.
00:14:28: Und wie lange warst du da?
00:14:31: Zweieinhalb Jahre.
00:14:32: Und wie lange wusstest du schon, bevor du gegangen bist, du da nicht bleiben wirst?
00:14:39: Gab es da eine konkrete Situation oder ein Gefühl, dass das nicht so deine Lebensaufgabe sein wird?
00:14:49: Also ich bin da nie angefangen mit der Idee da Partnerin zu werden, was jetzt wieder so in diese Richtung geht von ich war ganz lange in meinem Leben nicht so die Person, die jetzt sagt, ich habe jetzt diesen Plan und das weiß ich schon voll früh und den setze ich um. Ich habe dort angefangen.
00:15:10: Ich sag mal so, als ich gegangen bin, was dann auch damit verbunden war, dass ich ins Ausland gezogen bin, aus privaten Gründen, wurde mir eigentlich klar, dass ich hätte wissen können, dass es...
00:15:26: nicht so gut war und dass ich es vielleicht schon hätte früher machen müssen.
00:15:29: Ich weiß nicht ob du das kennst, ich habe das manchmal so, wenn ich weiß, ich muss jetzt in einem bestimmten Kontext funktionieren, dann schalte ich so ein bisschen meine Empfindungen dazu ab und ich habe eigentlich einen Nachgang erst gemerkt, boah ich hatte die ganze Zeit wirklich so einen Kloß im Magen, aber so richtig, also so einen spürbaren
00:15:47: Druck auf meinem Magen, weil einfach diese Art zu arbeiten.
00:15:52: Ich sag mal auch diese extreme Anwesenheitskultur, wie sie damals dort praktiziert wurde.
00:15:58: Und damit meine ich jetzt nicht, man, was man heute so Gen Z landläufig unter, Gott, ich muss acht Stunden arbeiten, versteht, sondern eher so dieses, es wird erwartet, dass man von neun bis neun Präsenz im Büro zeigt und natürlich danach noch zur Verfügung steht, wenn noch was zu machen ist und gerne auch am Wochenende, dass einfach
00:16:18: Also für mich auch eine kontraproduktive Art zu arbeiten, die der Gesundheit nicht förderlich ist und ich habe dann sehr hohen Radar an sich für Gesundheit, aber ich habe den irgendwie ausgeschaltet so zweieinhalb Jahre lang und ich habe echt in dem Moment, wo ich gekündigt habe, gemerkt, boah krass, dass ich eigentlich für einen Druck im Magen habe
00:16:33: und was für eine Zeit hat es?
00:16:36: glaube, das meine persönliche Meinung, das wird uns natürlich auch so bisschen beigebracht, da nicht so drauf zu hören.
00:16:42: Ich denke an das Studium, ich denke irgendwie an das Examen, also wo man irgendwie in Berlin, weiß ich nicht mehr genau, sechs Klausuren in zwei Wochen schreibt, aber fünf Stunden mit einem riesen Druck, also wo man den Eindruck hat, es geht auch eher darum zu beweisen, dass man diesem Druck standhält, als das jetzt da irgendwie inhaltlich.
00:17:00: man irgendwie glänzen muss, dann würde es viel mehr Sinn machen, das auf zwei Monate zu verteilen oder so.
00:17:05: Also kann durchaus sein, dass uns das auch antrainiert wird, dieses Aushalten und dann nicht so in sich reinhören, dann dann durchziehen.
00:17:16: Und dazu gehören auch solche Dinge wie, das habe ich in der Kanzlei in dem Kontext erlebt, das haben aber auch andere Kollegen mir schon erzählt, dass sie das in Kanzleien ebenso vermittelt bekommen haben, diese Haltung von, egal was passiert, bloß nicht entschuldigen.
00:17:33: Natürlich im juristischen Kontext immer auch Gründe, warum das so vermittelt wird und ich kann es auch verstehen.
00:17:39: Gleichzeitig ist aber natürlich darin auch so eine Haltung von Entkoppel dich irgendwie von den Dingen.
00:17:46: Mhm, ja, das verstehe ich.
00:17:48: Ich muss übrigens, es schwebt noch bei mir rum, ich muss auch sagen, mir ging es ganz ähnlich wie dir.
00:17:53: Ich bin ja Richter geworden am Anfang.
00:17:55: Aber auch nicht, weil ich immer schon Richter werden wollte, sondern als ich mit dem Examen fertig war, hat das Land Berlin zum ersten Mal seit Jahren eingestellt.
00:18:04: Ich glaube, heute suchen Sie die händeringend .
00:18:06: Damals war es so, gab es halt lange eine Einstellungssperre und dann gab es die Möglichkeit, Und dann habe ich mir am Ende gesagt, na ja, also jetzt kann ich das rausfinden, ob das meins ist.
00:18:16: Und deswegen fange ich damit an und habe dann auch festgestellt, das ist nicht meins.
00:18:23: Woran ich das gemerkt habe?
00:18:26: Ich will es jetzt nicht zu sehr bei mich machen, aber ich habe gemerkt, dass das Justizsystem ein System ist.
00:18:33: Ja, also ich habe relativ schnell erfahren, dass es weniger darum geht.
00:18:38: sich für mich so angefühlt hat, dass es weniger darum geht, Gerechtigkeit walten zu lassen oder zu ermitteln, sondern dass es ein System ist mit so und so vielen Eingängen, so und so vielen Dingen, die du erledigen musst.
00:18:50: Und mein Vorsitzender, und ich bin ihm auf eine Art sehr dankbar, weil er hat mir da das Überleben gesichert, hat mir sozusagen die Werkzeuge in die Hand gegeben, wie das geht.
00:19:00: Weiterverweisen, Vergleichen, solche Dinge und keine Beweisaufnahme machen.
00:19:07: im System nicht gelernt, wie man Recht spricht, sondern wie man zu einem Ergebnis kommt, zu einem relativ schnellen.
00:19:15: Das hat auch seine Berechtigung, weil wenn das Justizsystem voll läuft und ich immer mehr Akten kriege dann kann ich auch kein Recht mehr sprechen.
00:19:22: Aber ich habe mich da sehr schnell verabschieden müssen von so einem Ideal, was ich mal hatte.
00:19:28: Ich finde jetzt die gerechte Lösung und musste hin zu einem Ich muss jetzt hier irgendwie Rechtsfrieden schaffen und dafür sorgen, dass es weitergeht.
00:19:39: Und das war nicht, wieso ich Richter geworden bin.
00:19:43: Und da das ohnehin nicht immer mein Traum war, hab ich dann, ich war noch ein Jahr an der Senatsverwaltung für Justiz, so im politischen Bereich.
00:19:51: Und bevor ich dann zurückgegangen wäre an das nächste Gericht, hab ich gesagt, dann lass ich das lieber, probier das nächste aus.
00:19:58: Ja, es sind ja auch keine so einfachen Entscheidungen zu sagen, wenn man verlässt den einen Weg und lässt sich nochmal auf was anderes ein.
00:20:08: Ja, ja, da muss man auch Mut haben oder beziehungsweise mal in so eine Situation gebracht werden.
00:20:15: Was nochmal?
00:20:17: Oder getreten werden.
00:20:19: Das passiert ja auch manchmal im Leben.
00:20:20: Ja, also bei mir war es ja auch, als ich fertig war mit meiner Zeit bei der Senatsverwaltung, sozusagen dann wäre der nächste Schritt gekommen.
00:20:27: Das heißt, ich hatte da Zeit, mich mal zu besinnen.
00:20:29: Du hast vorhin gesagt, du bist ins Ausland gegangen und bist dadurch so ein bisschen da rausgekommen.
00:20:34: Also so habe ich es verstanden.
00:20:36: So ein Anlass hilft einem dann vielleicht doch nochmal, mit sich selber zu connecten und zu sagen, ich muss jetzt irgendwie doch mal gehen.
00:20:45: Hast du dich damals mit jemandem beraten, bevor du gewechselt hast?
00:20:50: Das war einfach sehr klar aus persönlichen Gründen bedingt.
00:20:54: Ich habe dann geheiratet, ins Ausland gezogen, habe eine Zeit lang im Ausland gelebt, bis wir uns dann später wieder getrennt haben.
00:21:01: Das hat für mich automatisch im Grunde zu einem ziemlich steilen Wechsel geführt von der Großkanzlei zu der ersten Schritt, wo ich in Belgien dann gearbeitet habe.
00:21:12: In Brüssel war dann in der European Bubble und zwar ein Verband für die European Savings and Retail Banking Group.
00:21:18: Also ganz andere Arbeit.
00:21:21: Das ist das ziemliche Gegenteil vom Großkanzlei-Job.
00:21:27: Was hat es dich gekostet, von der Kanzlei zu gehen?
00:21:30: Also Geld wahrscheinlich.
00:21:32: Ja, sehr viel Geld, auf jeden Fall.
00:21:37: Aber es war natürlich auch eine andere Belastung, muss man halt auch sagen.
00:21:42: Man bezahlt halt auch in der Kanzlei dafür durch wirklich Lebenszeit und Energie, die man dort zusätzlich hineinsteckt.
00:21:49: Hat es dich noch was anderes gekostet?
00:21:51: Also Geld ist ja offensichtlich, aber...
00:21:54: Nee.
00:21:54: außer diesem Mut zu sagen, ich mach's einmal, ich hab's von dem Moment, wo ich gegangen bin, keine Sekunde bereut.
00:22:03: Okay, das heißt, du hast den Wechsel nicht unterschätzt oder so, sondern das war dann nachhinein, hast du gemerkt, das war eigentlich genau das Richtige.
00:22:09: andere Frage war jetzt der Job, ich danach gemacht habe.
00:22:14: Für mich der richtige, da war der Kontrast zu groß, kann es halt enorm, weil da wirklich auch die Erwartungen an mich eine ganz andere waren.
00:22:22: Also ich war halt gewohnt den ganzen Tag durchzupowern und da war das eher so, wie, warum ist das jetzt so schon fertig so ungefähr?
00:22:33: man hat ja ein ganz anderes, ganz anderes Tempo.
00:22:37: Es ist auch eine ganz andere Art zu arbeiten.
00:22:38: Da habe ich ja auch an so einer Netzwerkstelle im Grunde schon gearbeitet.
00:22:42: Den Teil fand ich auch sehr interessant.
00:22:44: War aber natürlich auch wiederum für mich mit viel neuer Aufbauarbeit verbunden.
00:22:49: Wiederum aber auf der inhaltlichen Seite her wurde dann von mir nicht mehr so viel Konkretes gefordert, sondern ich musste eher so Positionen zusammenbringen.
00:22:58: Da war ich natürlich was anderes gewohnt.
00:23:00: Da war ich eher gewohnt so, ja ich setze mich jetzt mal dran und schreibe das Gesetz hier selber
00:23:06: Das ist halt schon eine gewisse Umstellung.
00:23:09: Das klingt jetzt nach einem ganz guten Job, aber du bist ja da auch weggegangen.
00:23:14: Hatte das auch persönliche Gründe oder Job?
00:23:16: Also Jobgründe?
00:23:22: Ich glaube, ich habe da nicht so richtig interessante Entwicklungsmöglichkeiten gesehen.
00:23:26: Ehrlicherweise war das Gehalt jetzt auch nicht so besonders gut.
00:23:30: Es war für mich jetzt erstmal, also wer schon mal ins Ausland gewechselt ist, kennt vielleicht die Situation, wenn man jetzt nicht gerade so vor der Job irgendwo hingeht, sondern halt sagt, ich möchte in das Land, sucht man ja eher danach, dass man irgendwo den Einstieg findet.
00:23:45: Für mich war das der erste gute Einstieg.
00:23:47: Ich fand es auch extrem spannend, die European Bubble kennenzulernen.
00:23:51: Ich habe aber dann irgendwie auch gemerkt, dass diese European-Bubble schon nicht so hundertprozentig meins ist.
00:24:00: Ich glaube, da sind viele unterwegs, die mit sehr viel Idealismus und Leidenschaft dabei sind.
00:24:08: Ich finde Europa auch total super.
00:24:11: Und gleichzeitig bin ich jetzt auch nicht diese...
00:24:15: Art von Person, die das schon immer machen wollte.
00:24:19: Plus bei mir kam dann persönlich noch dazu, ich war mit einem Bein quasi im ganz traditionellen Brüsseler Umfeld und mit dem anderen Bein in der European Bubble.
00:24:32: Das fühlte sich manchmal so bisschen wie zerrissen an.
00:24:36: Und ich hatte vorher, als ich in der Großkanzlei war, das vielleicht auch noch mal zu deiner Frage von vorhin, immer mal wieder so diese Idee, ich würde super gerne Inhouse arbeiten.
00:24:47: Das war eigentlich ein Traum, den ich so ein bisschen dachte, ich begraben müsste, als ich nach Belgien gegangen bin.
00:24:52: Ich dachte so, ja, ich kann ja nicht in Belgien inhouse arbeiten, wie soll das gehen?
00:24:57: Französisch oder Flämisch, ja.
00:24:59: genau.
00:25:00: dann hat sich aber doch die Möglichkeit ergeben, ich hatte dann da irgendwie eine Headhunterin kennengelernt, die hatte mir mein Gespräch vermittelt zu Avnet, das ist ein großes amerikanisches Unternehmen.
00:25:12: Da hatte sich dann irgendwie erst was verlaufen und die haben mich dann aber später noch mal kontaktiert.
00:25:17: Und dann hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, dann auf die erste Inhouse-Position, Senior Legal Counsel Position in Belgien zu wechseln, also für ein US-Unternehmen.
00:25:26: Also auf Englisch dann, wahrscheinlich.
00:25:27: Genau, auf Englisch.
00:25:29: Und ich war sozusagen auch noch angekoppelt an Deutschland, habe aber von Belgien deren Headquarter, European Headquarter, waren in Belgien.
00:25:36: Also hatten die auch ein Interesse sozusagen, unterschiedlichste Nationalitäten von Juristen unter ihrem Dach zu vereinen.
00:25:43: Was hat dich an Inhouse gereizt?
00:25:47: Also diese Vorstellung näher am Problem dran zu sein, ein bisschen pragmatischer zu arbeiten, das kriegt man ja als Anwalt dann schon irgendwie so langsam mit, dass man selber doch ein bisschen verkopfter, noch detaillierter die Sache angeht und dass man manchmal auch da, wo es noch irgendwie spannend wird, wenn es nämlich die Umsetzung geht,
00:26:11: dann irgendwie wieder raus ist.
00:26:12: Hahaha.
00:26:14: Ich glaube, ich habe einen recht hohen Pragmatismus.
00:26:16: Ich führe auch gerne Sachen zu Ende.
00:26:18: Ich bringe auch gerne so Projekte durch und gucke, dass das läuft.
00:26:24: Und da ist man als Anwalt dann doch mehr gedeckelt.
00:26:26: Es war so diese Idee, einfach mehr zu sehen.
00:26:29: Das fand ich übrigens als Richter noch schlimmer oder krasser.
00:26:33: Du kommst dran an den Fall, wenn das Kind schon im Brunnen gefallen ist.
00:26:37: Das heißt, man ist schon zerstritten, dann soll man dazu noch was sagen und dann ist es wieder vorbei.
00:26:44: Ich fand es auch sehr schön, sehr interessant, mal ein Projekt von Anfang bis Ende zu begleiten und nicht erst, wenn das Kind schon im Brunnen gefallen ist.
00:26:55: Den Teil fand ich auch wunderbar, irgendwie Inhouse zu gehen.
00:26:58: Ja, der Ja, total.
00:27:01: vielleicht noch als kurze Ergänzung, irgendwie bei Gericht wollte auch keiner sein.
00:27:05: das war so die Richter waren alle irgendwie zu Hause auf ihrer Datsche Ja, Nein, nein, ich will das jetzt nicht pauschal über alle, aber ich muss da, ich verallgemeinere mal, das war eigentlich ganz schön.
00:27:16: Ich war im Tegeler Weg, also schönes altes Gebäude, wenn man so was mag.
00:27:21: Aber so gut wie keiner war da.
00:27:22: Es waren immer leere Gänge und man hatte den Eindruck, wesentlichen wollen die einfach zu Hause ihre Urteile schreiben und ihre Verfügung machen.
00:27:29: Mein Vorsitzender Richter kam dann einmal die Woche und hat sich mit mir meine Akten angeschaut, weil ich war noch Proberichter da am Anfang und hat mir da super geholfen.
00:27:36: Aber so insgesamt ein Arbeitsort zu sein, wo eigentlich keiner sein will und alle irgendwie auch schon gehobenes Alter haben.
00:27:44: Also nicht alle, also so die neuen Richter wie die jungen, wir waren immer da, wir haben uns irgendwie zum Essen getroffen.
00:27:49: Aber die älteren, die waren irgendwie alle weg.
00:27:51: Das hat sich komisch angefühlt und das fand ich im Unternehmen wunderbar.
00:27:55: mit jungen, internationalen Menschen zu sein, die auch wirklich da sein wollen.
00:28:01: Das war echt, wie gesagt, ein wirkliches Incentive für mich auch Inhouse Und du bist dann zu GetYourGuide gewechselt, Davon, oder?
00:28:16: ich sag mal so, was bei beiden Jobs auch in Brüssel so war, was vielleicht auch so ein Muster ist, abgesehen von der Großkanzlei, man halt oder wo ich zumindest damals so viel Arbeit hatte, dass ich mich den Gedanken gar nicht widmen konnte.
00:28:29: Ich bin eigentlich relativ schnell in meinen Position immer an so einen Punkt gekommen, wo ich dachte so, ja, das soll jetzt alles sein.
00:28:34: Was kann jetzt denn die nächste Aufgabe sein, die ich annehme?
00:28:37: Ich glaube, ich Ich bin so jemand, die immer so viel Neues braucht, irgendwie so motiviert zu sein und neue Herausforderungen, eine neue Aufgabe, neues großes Projekt, irgendwas, was ich noch nicht gemacht habe, wo ich herausfinde, wie das geht und wo man mir bestenfalls nur sagt, hey Nadine, das wollen wir erreichen, mach mal.
00:28:57: Da war ich aber oft nicht in den Strukturen zu.
00:29:01: Ich glaube, ich sag mal diese...
00:29:03: Das ist mein Naturell.
00:29:05: Das hat sich für mich glücklicherweise damit gedeckt, dass ich dadurch automatisch einen gewissen Karriereweg nach oben gegangen bin.
00:29:13: Weil natürlich, wenn man einen Step weiter macht, wieder neue Aufgaben, kommen wieder neue Verantwortlichkeiten und man kann auch mehr machen und mehr gestalten.
00:29:22: Würdest du sagen, du bist neugierig?
00:29:24: Also so ein neugieriger Mensch?
00:29:27: Oder was ist es?
00:29:28: Oder...
00:29:28: im klassischen Sinne würde ich das eigentlich nicht sein, weil ich kann tatsächlich so Geheimnisse stehen lassen.
00:29:33: Ich sag mal, wenn du jetzt dein Tagebuch hier hinlegst und sagst Nadine guck nicht rein, dann würde ich auch nicht reingucken.
00:29:40: Vielleicht habe ich es falsch formuliert.
00:29:41: Jemand, gerne Neues lernt.
00:29:43: Und nicht jetzt das Neues über mich aus meinem Tagebuch, sondern neue Dinge lernt vielleicht.
00:29:48: auch besonders so diese Erfahrung.
00:29:50: Also ich glaube, ich finde gerne so Lösungen.
00:29:55: Dabei lerne ich dann ganz häufig.
00:29:57: Also dieses Learning, so ein gewisses Learning by doing, das macht mir auf jeden Fall Spaß.
00:30:04: Aber besonders dann, wenn ich selber gestalten kann.
00:30:07: Also ich mag es wiederum gar nicht, wenn man mir zu genau sagt, wie ich vorgehen soll.
00:30:11: Also ich muss dann auch irgendwie so selber finden.
00:30:13: Also dann entdecke ich eine ganz andere Energie auf das Thema.
00:30:17: Jetzt hattest du gefragt mit GetYourGuide.
00:30:20: Genau, GetYourGuide war dann der nächste Schritt für mich.
00:30:22: Das war dann auch verbunden mit dem Wunsch, dann wieder nach Deutschland zurückzukehren.
00:30:26: Und da bin ich an so einem ziemlich faszinierenden Punkt in meinem Leben.
00:30:33: mich so auf meinen Lebenslauf geguckt und dachte, das ist jetzt wirklich bisschen bunt, was Sie hier gemacht haben.
00:30:39: Du warst in der Großkanzlei im Arbeitsrecht.
00:30:42: Dann warst du in Belgien in der European Bubble, hast an der Datenschutz-Grundverordnung gearbeitet.
00:30:47: und Lobbying gemacht für den Europäischen Sparkassen- und Giroverband.
00:30:51: Und dann warst du noch beim Zulieferer elektronischer Komponenten und hast da große Verträge verhandelt und IoT-Sachen gemacht im ganz internationalen Umfeld.
00:31:04: dann...
00:31:06: Also ich hatte mir da schon so bisschen Gedanken gemacht, wo fände ich denn da jetzt einen Match, weil das ja so ein bisschen...
00:31:13: Dann...
00:31:14: Mhm.
00:31:15: Witzigerweise bei GetYourGuide damals die General Counsel, also die Rechtsabteilungsleiterstelle, ausgeschrieben und zwar mit folgender Beschreibung.
00:31:24: Sie wollten jemanden, der auf jeden Fall auch im Ausland gearbeitet hat, gab es ja schon nicht so viele Juristen, gerne auch Französisch spricht, was ich gesprochen habe.
00:31:31: Sie wollten jemanden, der sich mit der DSGVO auskennt, Großkanzleierfahrung hat und Inhouse-Erfahrung.
00:31:37: Also eigentlich sein relativ unmögliches Paket.
00:31:40: Ja, du bist halt ein unmögliches Paket.
00:31:44: wirklich zu meiner eigenen Überraschung total gematcht.
00:31:49: Cool.
00:31:49: Naja, für jeden Topf gibt es vielleicht auch einen Deckel.
00:31:52: Man muss ihn nur finden.
00:31:53: war so ein bisschen da so, weil ich es ja nicht so geplant hatte.
00:31:57: Aber ich sag mal so eine Stelle wie jetzt bei GetYourGuide, das war schon so eine Traumvorstellung auch von mir, meine General Counsel von einem coolen Unternehmen zu sein.
00:32:05: Das war schon so Gedanke, den ich auch mal in der Großkanzlei hatte, ohne dass das jetzt wie gesagt ein Ziel war, auf das ich krass hingearbeitet hätte.
00:32:12: Sondern es war eher so, irgendwie sind diese Bausteine plötzlich so random zusammengefallen und dann
00:32:20: Als ich dich kennengelernt hab, hast du ja, also das war meine Meinung nach, noch mehr einfach deinen eigenen Job kreiert und deins gemacht.
00:32:27: Ich weiß gar nicht, ob du da noch, also wir kennen uns ja jetzt schon seit ein paar Jahren, ob du noch bei GetYourGuide warst oder da schon wieder raus warst.
00:32:34: Aber du hast deinen eigenen Podcast gemacht.
00:32:37: Also anscheinend hat es dich da auch...
00:32:40: Ich bin ja auch immer noch selbstständig, deswegen mache ich immer noch viele Sachen.
00:32:45: Nur damit es jetzt, ich will jetzt nicht die Zuschauer überfrachten mit allen Dingen zugleich, ich mache.
00:32:51: Nein, wir machen eins nach dem anderen ganz in Ruhe.
00:32:56: Was für eine Selbstständigkeit war das dann erstmal?
00:33:00: Also von GetYourGuide aus, so dann habe ich jetzt erstmal die ganze Inhouse-Arbeit ja bei GetYourGuide kennengelernt, habe auch richtig coole Projekte dort machen dürfen, die wirklich nochmal eine Horizonterweiterung waren, so was wie riesige Finanzierungsrunde über fast eine halbe Milliarde Euro, also Das sind ja auch so Sachen,
00:33:18: das macht jetzt auch nicht jeder mit.
00:33:22: Und das als GC begleiten zu können, natürlich auch total cool.
00:33:26: Dann auch so erste Steps Richtung Börsengang, das war ja damals auch schon Thema, ist immer noch ein Thema.
00:33:30: Ich bin mal gespannt, wann es so weit ist.
00:33:33: Mir hätte das übrigens Angst gemacht.
00:33:35: Also du hast gesagt, tolles Thema.
00:33:36: Ich glaube, ich hätte dann irgendwie Herzrasen bekommen.
00:33:38: Halbe Milliarde.
00:33:41: Das habe ich zu dem Zeitpunkt gar nicht so drüber nachgedacht.
00:33:45: ich neige auch tatsächlich nicht so zu Angst.
00:33:47: Ich habe wirklich gerne auch so teils schwierige Aufgaben, wo man einfach sagt, mach mal.
00:33:54: Nur am liebsten lässt man mich dann in Ruhe.
00:33:59: Aber insgesamt war das halt cool.
00:34:00: Also bei GetYourGuide, muss ich sagen, hatte ich nie so dieses Gefühl von, wie geht es denn jetzt weiter?
00:34:06: Aber es gab immer neue Herausforderungen.
00:34:10: das Team dort aufzubauen.
00:34:11: Am Anfang hatte ich eine Person in meinem Team, am Ende waren wir acht.
00:34:15: Also das dann so zu entwickeln, das war schon auf jeden Fall cool.
00:34:21: Trotzdem jetzt weniger wegen der Aufgaben, sondern mehr wegen der Sinnhaftigkeit bin ich da an so einen Punkt gegangen, ich mich so gefragt habe, okay, wieder an diesen Punkt, ist es jetzt irgendwie alles, was ich gerade mache?
00:34:34: eigentlich schon so, ich merke jetzt, ich dir das erzähle, dass doch irgendwie dieser Drang nach, ich brauche immer so einen neuen, glaube ich, neuen Impuls.
00:34:42: Wie lange dauert das bei dir in der Regel, bis das kommt?
00:34:46: Wie lange war es bei GetYourGuide?
00:34:47: Zwei Jahre oder mehr?
00:34:48: Ja, etwas über zwei Jahre, zweieinhalb Jahre, was für mich schon eher lang ist, muss ich sagen.
00:34:58: Ja, ich, also am Anfang...
00:35:02: war das für mich selber vielleicht manchmal anstrengend.
00:35:04: Mittlerweile habe ich das mehr akzeptiert, dass ich anscheinend jemand bin, immer durch so Metamorphosen- und Transformationsphasen durchgehen muss und stelle mich dem auch nicht mehr so in den Weg und habe auch den Eindruck, wenn ich das mehr zulasse, dann geht das deutlich smoother alles.
00:35:20: Okay, ich glaube, die Frage ist noch offen, was deine erste Selbstständigkeit dann war.
00:35:25: Genau, ich bin dann erstmal rausgegangen.
00:35:30: Das war eigentlich, kann man sagen, echt ein holpriger Start.
00:35:33: Ich wollte mit einer Mitstreiterin, die auch bei GetYourGuide uns unterstützt hat, zusammen eine Kanzlei gründen und wir wollten Due Diligence durchführen für Start-ups.
00:35:44: Das war Ende 2019, dass wir es geplant haben.
00:35:48: Und dann ist uns leider komplett Corona dazwischen geschossen.
00:35:50: Also wir wollten gerade unseren Antrag zur Anwalts GmbH abgeben, als dann halt die Corona-Maßnahmen verkündet wurden.
00:36:01: Die Idee war damals, dass wir in Start-ups reingehen und da sozusagen aufräumen für die Finanzierungsrunde.
00:36:07: Das Geschäftsmodell in den ersten Momenten von Corona ist quasi in sich zusammengebrochen, weil niemand mehr vor Ort sein Finanzierungsrunden, wie sollen die jetzt noch laufen?
00:36:18: Man dachte ja, ganze Wirtschaft ist jetzt irgendwie tot.
00:36:22: Diese Idee war irgendwie zerschossen.
00:36:27: Ich hatte noch so einen parallel mitlaufenden Plan bzw.
00:36:31: Wunsch, mich da noch mehr auszuleben.
00:36:33: Ich hatte dann auch kurz vorher eine Coaching-Ausbildung abgeschlossen, habe mich sehr dafür dieses Thema interessiert, besonders auch im Zusammenhang auch mit Innovation.
00:36:44: Also dieses Ganze, vielleicht auch bei GetYourGuide hatte ich damals das erste Mal mit Legal Tech zu tun, das ist vielleicht auch noch interessant, weil es mein erster Touchpoint war und rückblickend es halt sehr früh war.
00:36:56: Also ich sag mal, ich habe von 2017 bis 2019 schon eine Rechtsabteilung gehabt, die mit Kanban Boards gearbeitet hat.
00:37:02: Ich habe ein Vertragsmanagementsystem eingeführt und ausgewählt und eingeführt.
00:37:07: haben sehr moderne Prozesse gehabt und auch ganz agil im Team zusammengearbeitet.
00:37:13: Alles halt für das Team sichtbar, Informationen verfügbar.
00:37:18: Also das, man heute immer noch als modern an sieht, haben wir schon vor fast zehn Jahren gemacht.
00:37:24: Das hat sich auch immer noch nicht durchgesetzt, ich den Eindruck.
00:37:29: Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass es an einigen Stellen, bei einigen Unternehmen auch wieder rückwärts geht.
00:37:36: Dass es dann doch zu viel Freiheit ist, zu viel Transparenz für viele Abteilungen und die das einfach nicht aushalten.
00:37:43: Ja, na, es ist halt die Antithese zum Herrschaftswissen, und das Herrschaftswissen sichert halt viele Positionen.
00:37:50: Es gibt ein Buch, heißt irgendwie New Work Needs Inner Work.
00:37:55: weiß nicht, New Work braucht innere Arbeit.
00:37:59: Das hat mir sehr eingeleuchtet.
00:38:00: Das ist von Breidenbach.
00:38:03: Nicht von Stephan Breidenbach, sondern von seiner Frau.
00:38:06: Weil ich glaube tatsächlich, dass die Prozesse total sinnvoll sind, aber sie vielleicht nicht von jedem durchgeführt werden können.
00:38:15: Einfach weil man dafür auch ein anderes Mindset braucht.
00:38:19: Das hat man nicht von heute auf morgen.
00:38:22: Kann man schlecht.
00:38:22: Hierarchien, wenn du das machst.
00:38:24: Und das möchte auch nicht jeder.
00:38:26: Ja, und für diese flachen Hierarchien brauchst du ein anderes Mindset.
00:38:29: Also so zum Beispiel, du als, wenn du unten drunter bist, auch noch mehr Verantwortung übernimmst.
00:38:35: Wenn du irgendwie gewöhnt bist, dass jemand anders für dich entscheidet oder die Entscheider müssen lernen, abzugeben und den anderen mal zu vertrauen.
00:38:42: Das sind halt alles Dinge, die müssen dazukommen.
00:38:45: so Kanban machst und du machst es vielleicht so, wie wir es damals gemacht haben.
00:38:49: wir haben das, mir war selber ja dieser freiheitliche Aspekt sehr wichtig.
00:38:53: Man neigt ja dazu, dass man von sich selber ausgeht, dass andere das Gleiche brauchen.
00:38:57: Gut, irgendwann versteht man, nein, das ist auch nicht so.
00:39:00: Ja, die sind gar nicht alle so wie ich.
00:39:05: Aber die Idee war, ein möglichst freiheitliches Setup zu haben damals.
00:39:10: Was natürlich auch bedeutet hat, ich brauche Leute, die mit der Freiheit umgehen können.
00:39:15: Also Mitarbeiter, die dann sagen, hier sind die Themen, aus denen kann ich auswählen, was möchte ich bearbeiten.
00:39:22: Natürlich muss man gucken, dass dann auch trotzdem alles bearbeitet wird.
00:39:25: Es hat aber meistens halbwegs gut funktioniert.
00:39:27: Also irgendwie finden sich ja dann doch so Neigungen.
00:39:31: Ist das auch eine Herausforderung, würdest du sagen, jetzt bei Legal Tech und KI-Einführung, dass es für die Juristinnen und Juristen nicht so leicht ist, weil man ja doch irgendwie was Neues lernen muss?
00:39:43: Das soll keine Suggestivfrage sein.
00:39:44: Vielleicht sagst du auch, es ist voll leicht.
00:39:48: glaube, gibt generell oder es ist generell was Menschliches in uns, dass wir oft Veränderungen gegenüber erstmal so zögerlich sind oder das nicht unbedingt wollen, weil es erfordert ja zusätzliche Anstrengung.
00:40:02: Selbst wenn es nachher für mich leichter wird, muss ich ja erstmal einen Mehr an Aufwand aufwenden.
00:40:07: Ich muss erstmal in gewisser Zeit und Energie ...
00:40:11: Gehirnschmalz investieren, etwas neu zu verstehen.
00:40:14: Und das ist ja erstmal auf jeden Fall eine Hürde, selbst wenn es nachher leichter wird.
00:40:17: irgendwie voll ist es glaube schwierig für uns zu sagen, streng mich jetzt mal an, damit es vielleicht hinten heraus besser wird.
00:40:24: Die Probleme, wir an allen Ecken und Enden Ja, ich meine, mit deinen Arbeitszeiten in der Großkanzlei wäre es vielleicht auch faktisch schwierig geworden, dann irgendwie zu sagen, neben dem, was ich an Billable Hours produzieren muss, ja, lerne ich noch was.
00:40:38: Plus ich glaube auch, dass das Thema Unsicherheit eine große Rolle spielt.
00:40:41: Also nicht nur faul, ja, also so, hast du jetzt nicht gesagt, aber Juristen sind ja schon Arbeitstiere und machen, aber dann war gar nicht jetzt tatsächlich die Richtung, ich wollte.
00:40:53: Das war nicht die Richtung, in ich wollte, nee.
00:40:56: Ne, genau, habe ich auch nicht so verstanden.
00:40:59: Ich glaube, aus meiner Sicht ist Unsicherheit ein großer Faktor.
00:41:03: Also Prozesse, die sich plötzlich ändern.
00:41:06: das sage ich auch immer bei den Fortbildungen.
00:41:08: Wir sind ja die Abteilung, die eigentlich am konservativsten sein muss.
00:41:13: Vielleicht noch mit Finance.
00:41:14: Das waren immer wunderbare Verbündete intern im Unternehmen.
00:41:18: Wir sollen ja auch dafür sorgen, dass die Dinge sicher und stabil sind, rechtskonform.
00:41:22: Und jetzt kommt eine Veränderung, wo alles schnell, volatil und damit auch so bisschen unsicher ist.
00:41:28: Und das verlangt von uns Juristinnen und Juristen halt ein Spagat.
00:41:32: Einerseits mitzugehen und andererseits trotzdem mit dem Fuß auch auf dem Boden zu bleiben und da nicht vorne überzufallen.
00:41:40: Total, also sehe ich auch so Daniel.
00:41:43: Und was auch noch dazu kommt, Es ist glaube ich häufig so, dass Leute Vorstellungen davon haben, wie genau sollen die Dinge laufen.
00:41:52: Und Juristen haben meistens sehr ausgeprägte Vorstellungen davon, wie die Dinge laufen sollen.
00:41:56: Und gerade wenn du so ein System einführst, was doch vielleicht noch mehr Prozesse für alle festlegt, Prozesse noch klarer und transparenter abbildet, vielleicht auch weniger, sage ich mal, Wiggle Room an bestimmten Stellen lässt, Dinge doch noch mal anders zu machen.
00:42:12: Das zwingt dann auch den einen oder anderen dazu, vielleicht von seinen Vorstellungen ein bisschen abzuweichen.
00:42:17: Und ich glaube, ist etwas, wo auch unsere Berufsgruppe speziell sich schon echt sehr schwer damit tut.
00:42:23: Das erlebe ich immer wieder in Kanzleien.
00:42:24: Also das Partner sagen, so wie ich das mache, finde ich das richtig.
00:42:29: Und der nächste Partner sagt, so wie ich das mache, finde ich das richtig.
00:42:32: Aber wenn du dann in der Kanzlei ein System für alle einführen willst, wo die Prozesse dann streamlined sind, dann ist es halt schwierig.
00:42:39: Genau, dann muss man sich davon verabschieden.
00:42:41: Und das sind ja aber die gleichen Leute, die da auch darüber entscheiden.
00:42:44: Das heißt, die müssen sozusagen aber ihren eigenen.
00:42:47: Effizienzen können wir halt nur nehmen, wenn wir vielleicht am Ende sagen, wir akzeptieren hier eine 90-95 % Lösung.
00:42:54: Aber dafür arbeiten wir halt insgesamt krass viel effizienter.
00:42:59: Du hast mir übrigens eine schöne Überleitung, oder beziehungsweise ich finde, ich habe eine schöne Überleitung gefunden.
00:43:07: Weil du hast jetzt gesagt, was du immer brauchst.
00:43:10: Das interessante ist aber, dass du ja auch schon sehr lange sehr offensichtlich öffentlich wirkst.
00:43:16: Ja, also es ist ja gar nicht so, dass du einfach deine Arbeit irgendwie weiterentwickelst, sondern das hat dich ja dann doch recht früh in die Öffentlichkeit gezogen.
00:43:25: Du hast mit Zukunft Rechtsmarkt einen eigenen Podcast aufgemacht.
00:43:30: So haben wir uns ja auch damals kennengelernt.
00:43:32: Da war ich als Gast bei dir, jetzt bist du als Gast bei mir.
00:43:36: Du hast jetzt inzwischen einen zweiten Podcast.
00:43:38: Du hast das New Legal Network gegründet.
00:43:43: Hast du eine Idee, warum du das auch machst?
00:43:46: Möchtest du den Juristinnen und Juristen auch was vermitteln?
00:43:49: Möchtest du ihnen was mitgeben?
00:43:56: Oder willst du selber einfach lernen?
00:43:57: ich glaube, mir kam dann irgendwann so mit diesem Schritt in die Selbstständigkeit, kamen nochmal so ganz viele Entwicklungsthemen, Beschäftigungen mit Persönlichkeitsentwicklung, tatsächlich auch das Setzen von unterschiedlichen eigenen Zielen.
00:44:12: Also ich würde sagen, ab da habe ich dann schon so bestimmte Dinge gehabt, die ich machen wollte.
00:44:16: Der Podcast war zum Beispiel eins davon.
00:44:21: Meine Motivation dazu Zum Netzwerk und zum Podcast kommt, glaube ich, ganz viel aus diesem Community-Ding.
00:44:28: Mich interessiert es einfach total, okay, wie sehen andere das?
00:44:31: Ich finde dieses Mosaik von den ganzen verschiedenen oder Puzzles von den ganzen verschiedenen Meinungen, Perspektiven, Menschen haben, mega interessant.
00:44:43: Ich bin auch von meiner Person...
00:44:47: her, so nehme ich mich auf jeden Fall wahr, dass ich gerne mir so ein Bild zusammensetze.
00:44:52: Also ich sammle dieses ganze Wissen ein.
00:44:55: Ich halte auch erstmal vieles für möglich oder für relevant.
00:44:59: Also bin jetzt nicht so schnell darin, bei irgendwas zu sagen, das ist jetzt aber...
00:45:05: oder spielt hier gar keine Rolle, sondern eher so, ja, okay, wie kann ich denn das, was die Person vielleicht denkt, mich noch mal so bisschen adaptieren, dass das wieder für mich eine Ergänzung von meinem Bild ist?
00:45:16: Und ich finde es halt eine wahnsinnig effektive Art zu lernen.
00:45:20: Also mich haben diese, du hattest es gerade angesprochen, zum Beispiel mit dem Podcast oder auch mit dem Netzwerk, was ich mit Magda Grünenwald zusammen gegründet habe.
00:45:28: Da ging es ja auch immer so darum, viel darüber nachzudenken, wie kann man denn Recht in Zukunft anders gestalten?
00:45:35: Wie verändern wir uns durch Technologie?
00:45:37: Wie verändern wir uns aber auch dadurch, dass sich der Arbeitsmarkt ändert, dass andere Dinge auf uns einwirken und dafür einfach so verschiedene Stimmen einzusammeln und dann gleichzeitig davon zu lernen?
00:45:49: Also es ist ja auch eine eigene Entwicklungsplattform, die man sich selber schaffen kann.
00:45:53: Das heißt, du hattest nicht den Eindruck, weißt, wie es weitergeht, sondern du möchtest erst mal viele Angebote oder Ideen hören, dann deine Meinung, na klar, bis du am Ende deinen Weg haben, was du findest, wie sich der Rechtsmarkt entwickelt oder entwickeln sollte.
00:46:09: Aber wenn ich richtig verstehe, holst du dir gerne von anderen ihren Beitrag, ob das ein sachlicher ist, ich mache das und das oder?
00:46:19: wenn wir so einen Raum haben, auch auf irgendeiner Legal Tech-Veranstaltung oder so, und da sitzen 20 oder 50 Personen drin.
00:46:27: Das ist ja unglaubliches Schwarmwissen.
00:46:29: Jeder von denen hat ja Erfahrung.
00:46:31: Ich finde es halt immer so reizvoll, okay, können wir das irgendwie heben?
00:46:35: Kennst du aber auch das Gefühl, schon wieder das Gleiche?
00:46:39: Also vielleicht gerade so bei Kongressen oder Messen, dass du sagst, jetzt wird's wieder und wieder und wieder.
00:46:45: wenn ich das habe, dann gucke ich immer nach was anderem.
00:46:50: Deswegen kenne ich das Gefühl nicht so richtig, weil sobald ich das habe, ich so, ja ich glaube, ich was anderes machen.
00:46:57: Ah, aber da bist du gerade nicht?
00:47:02: was genau meinst du mit ...
00:47:04: jetzt sagst, du musst, also zum Beispiel, Kongresse da ist immer das Gleiche, was kann ich jetzt sozusagen machen?
00:47:12: Na gut, die Themen ändern sich ja schon auf den Kongressen.
00:47:15: Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass eins der nächsten Themen was kommt.
00:47:19: ich weiß, ist ein Thema, was mich auf jeden Fall beschäftigt.
00:47:24: So die Frage ist...
00:47:27: Das große Schlagwort Autarkie.
00:47:29: Wie werden wir als Unternehmen autarker oder etwas schöneres Wort als vielleicht noch resilienter?
00:47:36: Tatsächlich glaube ich, geht es aber auch wirklich Autarkie.
00:47:39: Also die Frage, wie bleibt man in total bewegten Zeiten, wo man nicht weiß, was passiert?
00:47:45: Wie bleibt man da handlungsfähig?
00:47:47: Das kann anfangen ja mit einer mentalen Attitude, aber es kann auch bedeuten, zum Beispiel als Unternehmen sich zu überlegen, gibt es für mich Möglichkeiten, meine eigene Energie versorgen?
00:47:57: zu sichern, welche Möglichkeiten gibt es für mich mit meinen Rohstoffen doppelte Böden einzubauen, wie produziere ich, wenn xy passiert, wenn vielleicht die Produktionsstätte ausfällt.
00:48:11: Also diese ganzen Themen, das ist so nach meinem Gefühl in unserem Zeitgeist eins der Dinge, die jetzt so als nächstes
00:48:20: Die sind ja auch alle wieder vernetzt.
00:48:22: Natürlich, baut dann alles mittlerweile auf dem Boden von Technologie, von Tech auf.
00:48:27: Ja, es ist bei KI schwierig, seine eigene KI zu entwickeln, alleine wegen der Kosten, des Aufwands beim Training und so was.
00:48:36: ja zum Beispiel so eine Frage, gehen wir jetzt doch wieder zurück on premises?
00:48:40: Also haben wir jetzt doch wieder unsere eigenen Server-Standorte, nachdem wir eigentlich alle die letzten Jahrzehnte in die Cloud gelockt wurden.
00:48:49: Jetzt wieder so, dass wir sagen, wollen wir wirklich mit all unserer Daten in die Cloud oder wollen wir vielleicht doch wieder mit besonders sensitiven Daten woanders hin?
00:48:58: Da brauchst du halt nur das Modell, was es dir ermöglicht.
00:49:01: Bislang war ja immer der Trade-off, wenn du on-premise bist, also wenn du deine eigenen Server betreibst, dann kannst du halt nicht die mächtigsten, neuesten Modelle nutzen, jedenfalls in der Regel.
00:49:13: Ist das ein Trade-off, den man dann halt machen muss oder glaubst du, der Druck könnte auch auf die Unternehmen steigen?
00:49:18: Ich das geht ja auch, dass die quasi ihre neuesten Modelle rausgeben.
00:49:22: Instanz, glaube, die Telekom hat zum Beispiel auch irgendwie ChatGPT.
00:49:27: Aber bei Microsoft war es immer ein Thema, dass du nie das neueste Modell hattest, sondern wenn du Copilot, ChatGPT oder jetzt irgendwie Claude nutzen willst, dann ist es halt nicht das neueste.
00:49:38: Glaubst du, da kann der Druck so steigen, dass man das dann ausgeliefert bekommt?
00:49:43: Oder meinst du sozusagen, die Tech-Riesen gewinnen und ziehen einen weiter in die Cloud?
00:49:48: Mh.
00:49:49: Ich glaube, ist für Unternehmen natürlich immer eine Abwägung, was möchte ich machen, welche Gewinne sehe ich auch, wenn ich KI benutze und das, ich mitbekomme und wo ich auch glaube, dass es noch viel mehr hingeht, ist so eine Frage von Data Safety.
00:50:06: Da meine ich ganz bewusst nicht nur Datensicherheit im Sinne der DSGVO, sondern rein tatsächliche Datensicherheit.
00:50:13: Die hat nicht so viel immer mit unseren Gesetzen zu tun.
00:50:16: Das sehen wir ja gerade an der großen Diskussion, auch mit den USA haben wir jetzt ein Schutzschild ja oder nein, ist es jetzt rechtlich okay?
00:50:22: So ja, vielleicht interpretiere ich es juristisch so, dass es rechtlich okay ist, aber ist mir ja egal, wenn es faktisch nicht okay ist.
00:50:29: Wenn ich faktisch trotzdem weiß, man könnte darauf zugreifen und als Unternehmen nun mal extrem sensitive, vielleicht für mich absolut wettbewerbskritische Daten habe.
00:50:38: Und da glaube ich, dass wir zukünftig noch mehr, das ist auch etwas, was ich schon wahrnehme im Markt, von dem ich aber glaube, dass es noch stärker werden wird, dass Unternehmen wirklich sagen, Okay, also 90-95 Prozent unserer Daten, da nehmen wir es in Kauf, weil so sensitiv sind sie dann doch nicht.
00:50:54: Ich sag das jetzt ein bisschen platt, natürlich gibt es viele rechts...
00:50:59: Normen zu beachten, DSGVO und so weiter.
00:51:02: Aber ich sag mal da nehme ich jetzt keinen faktischen Ansatz, sondern ich halte mich einfach an die bestehenden Rechtsgrundlagen mit 95 Prozent.
00:51:10: Aber bei 5 Prozent setze ich noch mal einen anderen Maßstab an, weil das ist wirklich mein wichtigstes Wissen und da nehme ich vielleicht eine andere Lösung.
00:51:18: Da sage ich halt, okay, ich kann nicht so super mit KI arbeiten oder ich nehme doch nur Manual Labor von besonders vertrauenswürdigen Personen und die lagere ich halt woanders.
00:51:27: Bist du auch autark?
00:51:31: Also nicht, dass du dein eigenes Gemüse anbaust, aber äh...
00:51:34: Ich habe einen großen Elektrogenerator.
00:51:37: glaube, das ist mein größtes Autarkie-Objekt.
00:51:40: Ich muss sagen, bin bei dem Thema ein ganz kleines bisschen vor...
00:51:47: geschädigt klingt jetzt zu krass, aber vorgeprägt.
00:51:50: Weil meine Eltern, große Teile meiner Familie, besonders väterlicherseits, leben in der...
00:51:56: und sind auch betroffen gewesen bei dieser großen Jahrhundertflut 2021.
00:52:03: Auch Freunde von mir, wirklich komplett, also ihre Wohnung bis zur Decke geflutet wurde.
00:52:08: Bei meinen Eltern war es Gott sei Dank etwas glimpflicher, aber mein Onkel wurde auch überflutet, meine eine Tante wurde geflutet.
00:52:15: ich sehe das zum Beispiel in der Region, dass sich Menschen anders mit diesem Thema beschäftigen.
00:52:22: Also sowohl bei meinen Eltern als auch bei anderen.
00:52:24: dass die tatsächlich ganz viele gesagt haben, ich möchte jetzt meine eigene Solaranlage, ich möchte einen größeren Wasserauffang speichern, weil du einfach weißt, wie es ist, 48 Stunden, 36 Stunden ohne Strom zu sein, danach nicht zu wissen, darf ich jetzt mein Wasser trinken?
00:52:41: So, und es war jetzt ja Sommer, also da hatte man ja zumindest irgendwie Heizung.
00:52:46: Also meine Eltern haben zum Beispiel auch einen Kamin eingebaut.
00:52:48: Also solche Dinge...
00:52:53: Da glaube ich schon, dass wir ja leider in Zeiten leben, die uns dann doch mehr in diese Richtung prägen, dass wir uns zumindest Gedanken darüber machen.
00:52:59: Gleichzeitig glaube ich aber auch, das ist jedenfalls das, was ich an mir selber beobachtet habe, wenn ich da zu tief in diesen Strudel einsteige, so was müsste ich jetzt alles machen, um alle möglichen Szenarien abzudecken.
00:53:16: dann ist es für mich wirklich so richtig, also dann habe ich wieder so dieses, was ich mal gesagt habe, am Anfang mit der Kanzlei Bauchdrücken und irgendwie Nacken wird ganz fest und steif und es fühlt sich alles gar nicht gut an.
00:53:27: Also ich glaube, am Ende muss man so eine gewisse Fluidität sich doch bewahren, einfach flexibel zu reagieren auf Situationen, weil die letzten Jahre zeigen ja, wir wissen ja sowieso nicht, was als nächstes Verrücktes passiert.
00:53:42: Aber vielleicht ist ja, also ich mache jetzt mal eine Zuschreibung, ich bin jetzt ganz mutig, deine eigene Autarkie, dein sozusagen menschlich, die es dir ermöglicht, in dieser Fluidität auch zu sein, weil du weißt, also so nehme ich dich wahr, weil du weißt, was dich ausmacht, was dir wichtig ist, dass du das in sofern autark bist, dir nicht von außen
00:54:06: sagen lässt, was du irgendwie denken sollst und dann...
00:54:09: dadurch aber auch mit der Veränderung mitgehen kannst, weil du diesen, wie gesagt, das ist nur eine Zuschreibung, kannst du auch anders sehen, weil du diesen Kern halt mitnimmst.
00:54:18: Und zu dem, du gesagt hast, ist, glaube ich, ein Punkt auch noch extrem wichtig, der uns dann hilft.
00:54:24: Und das ist so nicht anzuhaften.
00:54:28: Das geht so ein bisschen zurück auf dieses, okay, wenn ich meinen Job wechsle, weil das ist immer auch ein Identitätsabstreif.
00:54:34: Wenn du in der Großkanzlei beispielsweise warst, du hast eine gewisse Identität, du hast einen gewissen Nimbus.
00:54:39: Natürlich, wenn du daran festhalten willst, ist es total schwierig, was anderes zu machen.
00:54:43: Du musst dann auch bereit sein zu sagen, okay, ich gehe da mal raus.
00:54:47: Mhm.
00:54:47: bin Rechtsabteilungsleiterin in einem megacoolen Unternehmen und jetzt bin ich selbstständig.
00:54:53: Es ist halt eine andere Art von wie du wahrgenommen wirst.
00:54:57: Du streifst eine Identität ab und bist eine andere.
00:55:00: Ja, das ist vielleicht auch deine eigene Wahrnehmung, also deine Identität, du dir aufgebaut hast, nicht nur von außen, sondern auch von dir selber.
00:55:07: Du kannst das Thema ja absolut.
00:55:11: Natürlich ist es immer am Ende ein Spiegel davon, was ich selber wahrnehme.
00:55:16: Ich glaube, dass man darin schon leichter werden kann.
00:55:21: Und das meine ich vielleicht auch so bisschen mit Fluidität.
00:55:24: Also nicht so sehr anzuhaften.
00:55:25: Wenn irgendwas passiert, das kann ja auch etwas Tatsächliches sein.
00:55:29: Die wird etwas genommen, wie bei einer Flut.
00:55:32: Dass man da nicht immer wenn man so krass in den Widerstand geht wird das Leben ja sehr schwierig.
00:55:37: Ja, jetzt nehmen wir mal jemanden, der sechs Jahre in der Großkanzlei geblieben ist, vielleicht sogar schon irgendwie on track zu Partner oder Partner, der aber ahnt, dass er oder sie weg will.
00:55:49: Was sagst du ihm oder ihr?
00:55:51: Was würdest du raten?
00:55:54: Non-Atachment, das habe ich schon gehört.
00:55:57: Gibt es noch was darüber hinaus?
00:55:58: Wie kann das praktisch vielleicht aussehen?
00:56:02: hängt natürlich immer auch davon ab, wie ist deine persönliche Situation.
00:56:06: Natürlich ist es so, je mehr Menschen jetzt von dir mitabhängig sind, desto schwieriger ist ja auch Non-Atachment.
00:56:11: Für je mehr Menschen ich mitdenken muss, wenn zum Beispiel Partner von mir abhängig ist, Familie von mir abhängig ist, wird es natürlich immer schwieriger.
00:56:19: Deswegen will ich das jetzt auch nicht so pauschal, das ist das Richtige für jeden.
00:56:23: Ich glaube, es ist generell ein recht hilfreiches Tool.
00:56:27: jetzt in deinem Szenario, was du gerade geschildert hast, ich glaube, was in heutigen Zeit hilfreich ist, wo es ja auch nicht so besonders einfach im Jobmarkt ist, also wir hatten jetzt schon mal einfachere Zeiten, ich würde vielleicht nicht direkt mit was super radikales anfangen, sondern vielleicht mal anfangen, einfach da...
00:56:47: schließt sich jetzt auch der Kreis zu dem, was du über mich zwischendurch gesagt hast, mit meiner Sichtbarkeit oder Social Media Engagement mehr über etwas zu sprechen, was mich interessiert und mal herauszufinden, was sind denn überhaupt Themen, ich spannend finde.
00:57:01: Ich gehe mal zu so einem Event, wo das Thema eine Rolle spielt.
00:57:04: Ich werde mal sichtbarer damit.
00:57:06: Ich schreibe darüber.
00:57:07: Ich spreche mal mit zehn Leuten, die in dem Thema aktiv sind.
00:57:10: Vielleicht ohne, dass ich schon eine genaue Agenda habe.
00:57:12: Was ist denn mein nächster Schritt?
00:57:15: Also meine Erfahrung ist es dann tatsächlich auch, es passieren kann, dass Chancen sogar auf einen zukommen, wenn man einfach mehr sichtbar wird mit dem, was einen interessiert.
00:57:25: sozusagen die Gelegenheit schaffen, dass Dinge kommen können oder man irgendwie auch feststellen kann.
00:57:31: Also auch etwas, was ich selber erfahren habe, dass ich dadurch, indem ich verschiedene Gelegenheiten schaffe, merke, was sagt mir was, wo möchte ich irgendwie weitergehen.
00:57:42: Und vielleicht muss man das auch erst mal neben dem Job machen oder gucken, man innerhalb des Jobs, vielleicht gibt es da eine Verantwortung, die man irgendwie übernehmen kann und sagen kann, ich werde jetzt dieses oder jenes und schauen, ob einem das liegt.
00:57:56: Ich habe noch...
00:57:57: Wolltest du was sagen?
00:57:58: Ja, noch ein Punkt dazu.
00:58:00: glaube auch, also die Gelegenheit schaffen, finde ich ein super Statement.
00:58:05: Ich glaube, was an der Stelle auch total wichtig ist, ich glaube, da gibt es kein richtig und kein falsch.
00:58:09: Es gibt ja die Leute, die einfach springen, die einfach kündigen und noch gar keinen Plan haben, wie es weitergeht.
00:58:16: Und es gibt die Leute, die halt alles total geplant machen und langsam und dann gibt es die, die Chancen suchen.
00:58:24: Es gibt ganz verschiedene Wege.
00:58:25: Deswegen glaube ich, man sollte sich da auch nicht so viel Druck machen jetzt einen bestimmten davon zu wählen und was ich auch für wichtig finde, manchmal brauchen die Dinge auch Zeit.
00:58:36: Auch da darf man sich nicht zu sehr selber unter Druck setzen oder sich zu große Vorwürfe zu machen, weil man jetzt vielleicht schon ein paar Monate in so einer Entscheidungsschleife hängt.
00:58:45: Manchmal ist halt noch nicht der richtige Zeitpunkt und dann braucht es einfach noch ein bisschen Zeit.
00:58:50: Zeit ist ein wunderbares Stichwort.
00:58:52: Wir kommen jetzt nämlich zum Ende.
00:58:54: Unsere Zeit ist fast abgelaufen.
00:58:57: Ich hätte noch eine Abschlussfrage für dich.
00:59:00: Und ich glaube, dass du jetzt sozusagen den Juristinnen und Juristen gesagt hast, das gilt vielleicht auch für das Recht an sich.
00:59:06: Ja, auch das.
00:59:07: Da braucht es vielleicht Zeit für Entwicklung.
00:59:10: Und meine Frage wäre aber, was wünscht du dir für die Zukunft des Rechts oder des Rechtssystems?
00:59:16: Was würdest du dem mitgeben wollen?
00:59:19: habe einen ganz großen Wunsch, der geht eigentlich Counter unseres Berufsstands.
00:59:25: Ich wünsche mir wesentlich weniger Regulierung.
00:59:28: Ich glaube, wir haben viel zu viel Regulierung gerade.
00:59:31: Ich habe jetzt auch schon einige Jahre Berufserfahrung, kann das nach hinten vergleichen.
00:59:36: Ich habe den Eindruck als Juristin, es ist immer mehr geworden.
00:59:39: Es ist mittlerweile so viel, dass es fast schon einen Maßstab von Overwhelming erreicht hat.
00:59:44: so dass es kaum mehr wirklich möglich ist, ganzheitlich praktisch zu beraten.
00:59:50: Damit sind wir dann als Juristen, als Anwälte besonders sehr viel damit beschäftigt, abzugrenzen.
00:59:54: das habe ich mir angeguckt.
00:59:56: Das habe ich mir angeguckt, in Klammern, und das andere nicht, was eigentlich eine ganz blöde Art zu beraten ist.
01:00:01: Und ich glaube, dass wir da dringend, dringend Regulatorik abbauen müssen und auch mehr Klarheit reinbringen müssen, weil es gibt viel zu viele Widersprüche.
01:00:10: Danke dir, Nadine.
01:00:12: Wir sind am Ende der Folge, Nadine Lilienthal.
01:00:15: Ganz toll, dass du dabei warst.
01:00:17: War ein ganz wunderbares Gespräch.
01:00:19: Ich verlinke unter dem Podcast auch die Möglichkeit, zum Beispiel deinen Podcast zu hören und dir die vielfältigen Möglichkeiten, wie man von dir mehr hören kann.
01:00:30: Ich freue mich darauf, auch von dir mehr zu hören.
01:00:32: Ich danke dir für das Gespräch und hab noch einen schönen Tag.
01:00:36: Danke, Daniel, war super nett mit dir zu sprechen.
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